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09.08.2013
Von: Nadine Hünefeldt

Bremerhaven funkt... und die Welt funkt zurück


Bremerhaven funkt... und die Welt funkt zurück. (Foto: PR)

Bremerhaven funkt... und die Welt funkt zurück. (Foto: PR)

Seit 65 Jahren gibt es den Ortsverband Bremerhaven des Deutschen Amateur-Radio- Clubs DARC e.V. Seit dem 1. März 1976 funkt der OV Bremerhaven mit der Kennung DK0SN aus dem Museumsschlepper Seefalke vor dem DSM – als einzige schwimmende Clubstation Deutschlands. Im Sommer 2012 musste der Verein wegen eines Wasserschadens von der Seefalke notgedrungen ausziehen. Der Vereinstätigkeit hat dieses vorübergehende „Exil“ aber keinen Abbruch getan.

Amateurfunker gibt es bereits seit den 1920er Jahren. Damals waren dies überwiegend Bastler, die mit selbst gebauten Radios und Antennen versuchten, zu senden. Nach dem Zweiten Weltkrieg organisierten sich, ausgehend vom Stuttgarter Raum, die ersten Funkamateure – mit Duldung der Besatzungsmächte. Bremerhaven profi tierte auch in dieser Beziehung von den hier stationierten Amerikanern: Denn in den USA war Amateurfunk bereits weit verbreitet und besaß einen hohen Stellenwert. 1948 gründete sich, als einer der ersten Vereine der Bundesrepublik, der Ortsverband Bremerhaven im Deutschen Amateur-Radio-Club e.V. (DARC).

Gebastelt wird im OV Bremerhaven auch heute noch. Dabei geht es heute aber um die Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Funkgeräte. Und das haben Amateurfunker den CB-Funkern voraus: Sie dürfen ihre Geräte manipulieren. Die meisten der Bremerhavener Amateurfunker haben es aber auf möglichst viele verschiedene Funkkontakte aus aller Welt abgesehen. Die Konkurrenz schläft natürlich nicht: Wer zuerst die Funk-Anfrage (CQ) eines anderen Amateurfunkers beantwortet und mit diesem ins Gespräch kommt, ergattert die begehrte QSL-Karte. „QSL“ bedeutet in der Sprache der Amateurfunker soviel wie „Bestätigung“. Mit diesen Kärtchen, die oftmals wie Ansichtskarten aussehen, bestätigen sich Amateurfunker weltweit den gegenseitigen Empfang: Wann hat wer mit wem gefunkt und vor allem von welchem Standort aus? Wie war die Sprachqualität? Und auf welcher Frequenz hat man sich getroffen? QSLKarten von bestimmten Anlässen wie der Fußball-Weltmeisterschaft oder des Jahrestags des Titanic-Untergangs sind derart begehrt, dass an solchen Tagen die Drähte glühen. Thema der meisten Funk-Gespräche ist in erster Linie natürlich eher die Technik als das jeweilige Wetter. Dafür wird gefunkt, gehorcht, gewartet. Bis ein anderer „Ham“ (Amateurfunker) mit seiner Orts- und Namenskennung dem Rauschen im Äther ein Ende setzt.

Wer Amateurfunker werden möchte, benötigt für den Anfang nicht viel. Bereits mit Handfunkgeräten von 5 Watt kann man an Tagen mit guten Bedingungen einen Funkradius von 100 km erreichen. Wer die ganze Welt will, sollte eher 100 Watt Leistung anpeilen und sich eine gute Antenne anschaffen. Vor allem aber wird eine Genehmigung bei der Bundesnetzagentur benötigt. Diese Sende- und Empfangsgenehmigung erhält man nach Ablegen einer staatlichen Prüfung, die Lehrgänge unter anderem in Betriebstechnik, Buchstabieralphabet oder Gesetzeskunde erfordert. Wer möchte, kann sich zusätzlich im Telegraphieren üben; denn auch das Morsen ist durchaus verbreitet in Amateurfunkerkreisen. Wer diese Prüfung besteht, bekommt sein eigenes Rufzeichen – also einen eigenen „Namen“ in Funkersprache – welches einzigartig ist auf der Welt.

Für den Einstieg und sämtliche Fragen rund um das sehr komplexe Thema Amateurfunk stehen die Mitglieder des Bremerhavener DARC-Ortsverbands gern zur Verfügung – und stecken mit ihrer Begeisterung für das Hobby Amateurfunk an. Interessierten und Mitgliedern bietet der Verein so einiges: Neben regelmäßigem Funkverkehr besteht jeden Sonntag Vormittag eine Funkbrücke mit den Funkfreunden der Bremerhavener Partnerstadt Pori in Finnland. Seit 1984 beteiligt sich der Verein bei der Ferienpassaktion der Stadt Bremerhaven und beweist regelmäßig, dass Amateurfunk aufregender sein kann als jeder Internet- Chatraum. Für den guten Zweck vergibt der OV Bremerhaven spezielle Funker-Diplome, deren Erlös beispielsweise der DGzRS Zugute kommt. Jährliche Mobilfuchsjagden, bei denen ein Funksignale sendendes Fahrzeug im Gelände versteckt ist, welches durch Kreuzpeilung von mobilen Amateurfunkern gefunden werden muss, finden regelmäßig im April und Oktober statt. Und nicht zuletzt der jährliche „Fieldday“ für Mitglieder, Gäste und Interessierte, der gemeinsam mit dem benachbarten Ortsverband beim Schützenhaus Sievern abgehalten wird. Dort wird kräftig gefachsimpelt und informiert, vor allem aber gefunkt, gegrillt und Gemeinsamkeit gepflegt.

Termine für Interessierte:

Fieldday 2013
Samstag, 17. August, ab 11.00 Uhr
Schützenhaus Sievern

Funkbetrieb auf der Schiffsbrücke des DSM
Samstag, 5. Oktober, 15.00 Uhr
Schiffsbrücke im Deutschen Schiffahrtsmuseum

Kontakt:
Deutscher Amateur-Radio-Club DARC e.V.
Ortsverband Bremerhaven I 05
Marita Westphal-Blome
Ortsverbandsvorsitzende
Tel: (0471) 3 86 86
www.darc.de/distrikte/i/05/


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