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15.02.2014

Der Traum vom Fliegen: In Bremerhaven kann jeder Pilot werden

Es ist ein schöner klarer Tag über Bremerhaven, perfekt für eine Radtour entlang der Wiesen an der Geeste. Eine Idee, auf die bereits andere gekommen sind, geht man nach dem Verkehrsaufkommen an Freizeitradlern auf den Wegen. Doch irgendetwas stört im Bild dieser Wochenend-Idylle – und bei näherem Hinschauen wird klar, dass der Airbus der Air Berlin, der sich aus Richtung Müllverbrennungsanlage nähert, nichts ist, was im Bremerhavener Alltag als „normal“ bezeichnet werden sollte. Schlimmer noch: Der Jet befindet sich scheinbar im Landeanflug ins Nirgendwo. Die Turbinengeräusche sind schon deutlich zu hören, doch es rückt keine Feuerwehr aus und Panikreaktionen der Bevölkerung bleiben seltsamerweise aus.


Der Traum vom Fliegen: In Bremerhaven kann jeder Pilot werden

Der Traum vom Fliegen: In Bremerhaven kann jeder Pilot werden

„Der Airbus schafft es auf rund 200 km/h und klingt sogar wie eine große Maschine“, sagt Andreas Krenzer und bereitet ruhig seine Piper PA-18 vor, denn sein Flugzeug wird als nächstes starten. Krenzer ist 1. Vorsitzender der Flugmodellbaugruppe im Verein für Freizeitgestaltung Bremerhaven e.V. Mit einem Maßstab von 1:3 ist seine Piper nicht viel kleiner als das Modell des Airbus, das soeben an den Rand der Landebahn rollt. Krenzers PA-18 aus Balsaholz hat eine Spannweite von 3,60 Metern und stolze 15 PS unter der Haube. Andreas Krenzer ist seit über 20 Jahren bei den Flugmodellbauern, mit dem Hobby hat er aber schon mit sechs Jahren begonnen. „In meiner Kindheit gab es noch keine Fernbedienungen, da hat man die Modelle mit Seilen gelenkt“, sagt er.

Erst ab den 1970er Jahren hielt die Technik in Form von Funkfernsteuerungen Einzug in den Flugmodellbau – und bot ganz neue Möglichkeiten. „Das Fliegen ist seitdem freier und auch einfacher geworden. Inzwischen gibt es Telemetrie-Fernsteuerungen, auf denen man ablesen kann, wie schnell und wie hoch das Flugzeug fliegt.“ Eine Neuerung, die sehr hilfreich ist, denn die Modellflieger unterliegen denselben gesetzlichen Bestimmungen wie Sportflieger. Die Flieger auf dem Modellflugplatz in Bremerhaven dürfen nicht höher als 1.700 Fuß (ca. 600 m) aufsteigen und es gibt einen festen Flugkorridor. Die Modelle dürfen ein Maximalgewicht von 25 kg haben. Darüber hinaus gibt es auch für Modellflugzeuge Lärmvorschriften – da die meisten Modellflieger heute aber elektrisch angetrieben werden, stellt dies kein Problem dar. „Der Elektro- Antrieb ist nicht nur leiser, damit können die Flugzeuge auch höher und vor allem länger fliegen“, sagt Andreas Krenzer.

Insbesondere die Hubschrauber in der Flugmodellbaugruppe sind elektrisch betrieben. Große Motorflugzeuge und vor allem Jets fliegen überwiegend mit konventionellem Treibstoff. Doch nicht alle Flugzeuge der Modellbaugruppe verfügen über einen eigenen Antrieb: die Segelflugzeuge in Modellgröße müssen im Schleppbetrieb in die Lüfte gehoben werden – bei Modellen mit einer Spannweite von bis zu 7,50 Metern kein leichtes Unterfangen.

Überhaupt ist der Flugzeugmodellbau kein einfaches Hobby. „Man braucht Ruhe und Geduld, Fehler beim Bau des Modells gehen zu Lasten der Flugfähigkeit. Man braucht ein solides technisches Wissen und sehr viel Übung beim Fliegen“, sagt Andreas Krenzer. „Man braucht sehr viel Gefühl für das Fliegen mit der Fernsteuerung. Aber im Gegensatz zu früher kann man heute im Simulator vorher üben.“

Das spart nicht nur Frust, sondern vor allem Geld, denn Flugmodellbau kann ein kostenintensives Hobby sein: Nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt. Die teuersten Flugzeuge in der Modellbaugruppe bewegen sich um die 10.000 Euro. Andreas Krenzer schränkt aber ein: „Das sind die Modelle für sehr erfahrene Modellbauer. Einsteiger bekommen schon ein Komplettpaket – also Modell und Fernsteuerung – für rund 200 Euro.“

In den Wintermonaten von Oktober bis Ende März wird zusätzlich einmal wöchentlich in der Sporthalle des Nordsee-Stadions mit Leichtfliegern und kleinen Hubschraubern trainiert. Geflogen wird auf der Anlage am Höllenhammsweg bei Reinkenheide ansonsten rund ums Jahr, abhängig immer von den Wetterbedingungen. Der Flugplatz, der seit mehr als 35 Jahren betrieben wird, besitzt zwei asphaltierte Start- und Landebahnen von je 60 Metern Länge, das gesamte Areal umfasst eine Fläche von rund 18.000 m². Etwa 90 Mitglieder aller Altersklassen hat die Flugmodellgruppe. Jeden Montag findet eine Bastelgruppe für Kinder im Haus der Jugend in der Rheinstraße statt, wo junge Modellbauer ab sieben Jahren einen eigenen Elektrosegler in Holzbauweise bauen und mit ihm fliegen üben können. Die Modellbaugruppe nimmt auch regelmäßig an den Ferienpassaktionen Bremerhavens teil.

Ende des Jahres werden die Flugmodellbauer dann umziehen: Nach dem Bau der Windkraftanlagen in direkter Nähe wird es einen neuen Flugplatz in größerer Entfernung zu den Windrädern geben. „Wir ziehen eigentlich nur ein paar Weiden weiter. Alles wird weitergehen wie bisher und wir hoffen, dass wir Anfang 2015 unseren neuen Flugplatz einweihen können“, sagt Andreas Krenzer und freut sich, auch auf der neuen Anlage interessierte Radfahrer und Gäste willkommen heißen zu können.

Flugmodellbaugruppe im Verein für
Freizeitgestaltung Bremerhaven e.V.

Höllenhammsweg | 27574 Bremerhaven
Ansprechpartner: Andreas Krenzer | Tel: 0170/2058407
www.fmg-bremerhaven.de

Die Kinder- und Jugendgruppe trifft sich montags von 16.30 bis 18.30 Uhr im Haus der Jugend, Rheinstr. 109, 27570 Bremerhaven



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