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11.11.2013

Die Lebenswelt der Hochseefischer


Die Decksmannschaft des Seitentrawlers BX 348 „WESER" beim Hieven des Schleppnetzes 1949. (Foto: Historisches Museum Bremerhaven)

Die Decksmannschaft des Seitentrawlers BX 348 „WESER" beim Hieven des Schleppnetzes 1949. (Foto: Historisches Museum Bremerhaven)

Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts galt Bremerhaven international als „Stadt der Hochseefischerei". Heute gehört der Beruf des Hochseefischers nicht nur in der Seestadt, sondern in ganz Deutschland weitgehend der Vergangenheit an. Noch zu Beginn der 1960er Jahre gab es in beiden deutschen Staaten mehr als 20.000 Hochseefischer, die auf über 250 Trawlern vor allem im Nordatlantik Fanggebiete aufsuchten.

In der historischen Forschung standen bislang die Fischereifahrzeuge, die Fischereipolitik und die Arbeit an Bord im Vordergrund. Jetzt ist eine Untersuchung von Dr. Kristin Kube erschienen, die sich mit einem neuen wissenschaftlichen Ansatz mit der Lebenswelt der Hochseefischer in der Zeit von 1945 bis zum Niedergang der deutschen Hochseefischerei zu Beginn der 1990er Jahre beschäftigt. Ihre Forschungsergebnisse stellt sie am 21. November um 19.30 Uhr im Veranstaltungssaal des Historischen Museums Bremerhaven vor. Der Eintritt zum Vortrag mit Lichtbildern ist frei.

Anhand von biografisch geführten Interviews entwickelt Dr. Kristin Kube eine Typologie der Hochseefischer. Dabei spielt die Differenzierung der Lebenswelt in den Alltag auf See und den Alltag an Land eine zentrale Rolle. Die äußerst kurzen Landaufenthalte und die harten Arbeitseinsätze auf See unter extremen Bedingungen ließen den markanten Typ des Hochseefischers entstehen, der stolz auf seine seemännischen Fähigkeiten war. Im kameradschaftlichen Männerkollektiv an Bord wurden eigene soziale Regeln und Rituale gepflegt. An Land waren die Hochseefischer jedoch zeitweise mit einem negativen Ruf konfrontiert. Die Referentin stellt daher sowohl die Selbstwahrnehmung als auch die Außenwahrnehmung der Trawlerbesatzungen vor.

Dr. Kristin Kube hat an der Universität Münster Volkskunde/Europäische Ethnologie, Geschichte und Soziologie studiert und dort 2012 promoviert. Seitdem arbeitet sie am Standort Schiffshebewerk Henrichenburg des Westfälischen Landesmuseums für Industriekultur in Dortmund.


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