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15.11.2015

Kleinod in der Provinz – Kloster Neuenwalde

Das Kloster Neuenwalde ist das einzige, mittelalterliche, evangelische Kloster im Elbe-Weser-Dreieck. Doch nicht allein aus diesem Grund ist es einen Besuch wert. Nicht nur Geschichtsinteressierte, sondern auch viele Ausflügler finden den Weg nach Neuenwalde.


Kleinod in der Provinz – Kloster Neuenwalde (Foto: Christel Jeschke)

Kleinod in der Provinz – Kloster Neuenwalde (Foto: Christel Jeschke)

Schon von außen weckt das Kloster Neuenwalde die Neugierde des Betrachters. Es kombiniert bauhistorische Stile mehrerer Jahrhunderte, die auch die lokale Geschichte der Ortschaft erlebbar machen. Das Kloster besteht zum größten Teil aus Fachwerkhäusern; ein Baustil, der zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert seine Blütezeit in Deutschland hatte. Die Heilig-Kreuz-Kirche hingegen liefert im Gebäudeensemble mit ihrem romanischen Baustil eine architektonische Note aus fernerer Vergangenheit. Von ihr ist nur noch der Turm erhalten geblieben. Das erneuerte Dach schließt die Kapelle räumlich wie stilistisch an das restliche Klostergebäude an. Die im Jugendstil gehaltenen Rundbogenfenster zeigen sowohl die Geburt von Jesus Christus als auch seine Auferstehung. Das ansonsten barocke Innendekor der Kapelle wird in besonderer Weise durch ein Ölgemalde unterstützt, welches eine Präsentation des letzten Abendmahls liefert, gerahmt durch ein aufwendiges Schnitzwerk. Auch wenn Renovierungen des Klosters, die es über die Jahrhunderte hinweg erhalten haben, unübersehbar sind, so weht noch immer der Atem der Geschichte durch die Klosteranlage Neuenwaldes.

Die bewegte Geschichte des Klosters reicht bis ins frühe 13. Jahrhundert. Die älteste Urkunde dazu stammt aus dem Jahr 1219 und berichtet von der geplanten Gründung eines Nonnenklosters in Midlum. Stifter waren die Herren von Diepholz, die in der Urkunde als „Nobilis“, die Adligen, benannt sind. Das Benediktinerinnenkloster wurde im Jahr 1282 jedoch „wegen wirtschaftlichen Mangels“, wie es die Klostergeschichte aufzeigt, von Midlum nach „Wolde“ verlegt, das uns heute als Altenwalde bekannt ist. Schließlich zog das Damenstift 1334 nach „Nigenwolde“ und begründete dort das heutige Neuenwalde aus seiner Klostersiedlung heraus. Der Klosterkomplex wuchs stetig weiter. Mit dem Besitzstand wuchs auch der Machteinfluss des Klosters, bis es von der schwarzen Garde des Herzogs von Lauenburg im Jahr 1500 geplündert und bis auf die Grundmauern niedergebrannt wurde. Dieser verheerende Angriff zwang die Gemeinde zum Wiederaufbau.

Mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges fiel das Erzstift Bremen und dessen Kloster Neuenwalde 1683 in das Herrschaftsgebiet des Königreichs Schweden unter König Karl XI. Daraufhin stellte die Ritterschaft des damaligen Herzogentums Bremen/ Verden einen Antrag an den schwedischen König, ihnen das Kloster Neuenwalde zu schenken. Karl XI bewilligte diesen Antrag, wodurch es wieder in den Besitz der Bremischen Ritterschaft überging, die es als Stift für unverheiratete Fräulein des niederen Adels nutzten. Auch gegenwärtig dient es für die Ritterschaft Bremen als Damenstift. Seit zehn Jahren wird das Kloster wieder als Konvent genutzt, das jedoch nur noch wenige Frauen umfasst.

Um diesen geschichtsträchtigen Ort für die Öffentlichkeit noch erlebbarer zu gestalten, kooperiert das Kloster Neuenwalde seit einigen Jahren mit dem evangelischen Bildungszentrum Bad Bederkesa. Im Rahmen dieser bildungsbezogenen Kooperation stellt das Kloster seine Anlage „als geistliches Zentrum und Ort des interdisziplinären Dialogs“ für Seminare zur Verfügung, wie das Ev. Bildungszentrum berichtet. So liegt der Fokus des Veranstaltungsprogramms nicht nur auf der spirituellen Bildung. Es schöpft zudem aus aktuellen Gesellschaftsthemen wie ökologische und soziale Nachhaltigkeit. Auch die Themenbereiche personale Entwicklung und berufliche Kompetenz, Pädagogik und Schulentwicklung, Kunst, Kultur und Kreativität, sowie Bewegung und Gesundheit werden angeboten.

Das Kloster Neuenwalde „soll Raum für eine Zeit des Nachdenkens bieten, Raum und Zeit für die großen Fragen des Lebens, mit Abstand vom Alltag und freiem Kopf“, betonte Dr. Jörg-C. Matzen, Leiter des Ev. Bildungszentrums Bad Bederkesa, den Auftrag der Kooperation in seiner Rede zur feierlichen Übergabe des Klosters Neuenwalde am 12. Oktober 2014. Durch die Mischung aus Zeiten der Stille, Impulsgedanken und aktiver Gesundheitsförderung orientieren sich die Seminartage an den individuellen Bedürfnissen der Teilnehmer und wahren den Gedanken des Klosters, sodass einem Besuch voller Sinneserlebnisse nichts im Weg steht.

www.kloster-neuenwalde.de


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