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13.02.2017

LAUT. ROH. ECHT. #60 – Das Fischereihafen-Rennen feiert runden Geburtstag!

Am 4. und 5. Juni 2017 (Pfingstwochenende) heißt es zum 60. Mal „Start frei fürs Fischereihafen-Rennen!“. Viele tausend Rennsportfans und Fahrer aus ganz Europa freuen sich auf ein Rennsport-Ereignis, das es so nur in Bremerhaven gibt: Motorsport mit Festivalatmosphäre.


Laut. Roh. Echt.

Laut. Roh. Echt. (Foto: Sabrina Adeline Nagel)

Der Geruch von Benzin. Das Donnern der Motoren. Die Vibrationen, wenn zwanzig oder dreißig Rennmaschinen an den Vorstart rollen. Die Spannung, wenn das Feld sich in die berühmte erste Kurve am Ende der Start-Ziel-Geraden legt, die seit 1952 am selben Platz liegt. Die aufgeregten Stimmen der Streckensprecher. Die Freude der Fahrer auf den Siegertreppchen. All das ist das Fischereihafen-Rennen. Seit über 60 Jahren. Größer ist nur das Sachsenringrennen!

Man muss kein Motorradkenner sein, um das Geschehen im Hafen zu genießen. Ob interessierter Laie oder Halbprofi, ob Händler oder Fahrer – die familiäre und herzliche Atmosphäre des Fischereihafen-Rennens begeistert jeden und trägt dazu bei, dass man überall leicht ins Gespräch kommt. Schließlich ist der freie Zugang zu den Fahrerlagern, andernorts ein teures Extra, im Fischereihafen inbegriffen, ebenso wie die große Händlermeile mit etlichen Ausstellern oder die Fahrerlager-Partys mit Live-Musik am Sonnabend und Sonntagabend.

Noch spannender, noch internationaler: Die Maschinenvielfalt beim Fischereihafen-Rennen ist legendär: Vom seltenen MV Agusta-, Royal nfield- oder ostdeutschen Awo-Klassiker aus den 50er-Jahren bis zu den hochgezüchteten Kawasaki Ninjas, BMW S 1000 RR, Yamaha R1, Honda Fireblade oder Suzuki GSX-R1000 der „Königsklasse“ 1 ist alles dabei.

Vieles spricht dafür, dass das ohnehin hochkarätige Fahrerfeld sich 2017 noch internationaler präsentiert: Der in den letzten Jahren zeitgleich zum „FHR“ stattfindende International RoadRacing Challenge-Lauf im niederländischen Oss wurde abgesagt, was die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher Spitzenfahrer in „Fishtown“ weiter erhöht.

Schon jetzt steht mit der neuen Sonderklasse 9 ein außergewöhnliches Highlight fest: In der „Sidecar Champions Challenge“ geht aus Anlass des 60. „Rennjubiläums“ ein hochkarätiges Feld historischer Gespanne an den Start. Zugesagt haben unter anderen Rolf Steinhausen (zweimaliger Gespann-Weltmeister), Werner Schwärzer (Weltmeister und zehnfacher deutscher Motorrad-Straßenmeister bei den Gespannen) und Ralph Bohnhorst (Europa- und mehrfacher Deutscher Meister Gespanne).

Nennungsschluss für Fahrer, die an der 60. Ausgabe des europaweit bekannten Traditionsrennens teilnehmen wollen, ist der 29. April 2017 – doch wer sicher sein will, dass er dabei ist, sollte nicht lange warten: „Viele Klassen werden auch in diesem Jahr früh ausgebucht sein“, so Kenny Hinck vom Renn-Organisationsteam: „Bei gleicher Erfahrung kann der Anmeldezeitpunkt den entscheidenden Unterschied machen.“

Reine Hobby-Fahrer ohne Rennstrecken-Erfahrung haben in den Rennklassen keine Chance: Der 2,7 Kilometer lange Kurs im Hafen ist anspruchsvoll, jedes Jahr müssen zahlreiche Bewerbungen abgelehnt werden. Dass Hotelzimmer an Pfingsten in Bremerhaven ein rares Gut sind, ist zur Tradition geworden. Das Interesse ist überregional, im Vorverkauf werden Tickets aus ganz Deutschland und auch dem europäischen Ausland geordert. Zum Glück für die vielen überregionalen Besucher, die keinen der beiden Renntage verpassen wollen, gibt es neben den vielen Ausweichmöglichkeiten in der Region auch ein Camping-Angebot direkt an der Strecke – dessen Kapazitäten auf die maximal mögliche Größe erweitert wurden.

Für die meisten Fahrer stellt sich die Hotelzimmerfrage nicht: Sie übernachten in einem der vier Fahrerlager, zum Teil direkt am Hafenbecken gelegen, und nutzen jede Minute, um ihre Maschinen weiter zu perfektionieren, ehe es im freien Training (Pfingstsonntag), in der Qualifikation (ebenfalls Pfingstsonntag) und den Rennläufen (Pfingstmontag) zur Sache geht.

Vom Hafen zur Rennstrecke: Die Rennstrecke entsteht jedes Jahr neu – und zwar erst am Samstag vorm Rennen, schließlich wird zuvor im Hafen noch gearbeitet. 300 Meter hochmoderner Airfences (eine Art „Super-Airbag“ zur Sicherung kritischer Kurven), zwei große Zuschauerbrücken, fünf Tribünen, Festzelt und VIP-Zelt, die sanitäre und elektrische Infrastruktur, Curbs, die die Bordsteine anschrägen und so sicherer machen, die Sicherung von Gullydeckeln und die akribische Reinigung der Straßen, fünf Kilometer Bauzaun zur Abgrenzung des Renngeländes und kilometerweise Kabel für fast flächendeckende Beschallung. Dazu rund 20 Büro- und Funktionscontainer für Kassen, Rennleitung, Zeitnahme und Material – all das gehört zum Aufbau.

Es ist ein unglaublicher Aufwand, der jedes Jahr wieder betrieben wird, um diese einzigartige Renntradition aufrecht zu erhalten. Doch wenn am Pfingstmontag das Fahrerfeld noch einmal zur traditionellen Schlussrunde antritt, in seiner ganzen Vielfalt, ohne Helm und mit Feierlaune, dann sind sich alle Beteiligten einig: Der Aufwand lohnt sich.

Denn nur durch die gemeinsame Leidenschaft von Organisatoren, Helfern, Fahrern und Zuschauern entstehen zwei erlebnisreiche Tage, die mit nichts zu vergleichen sind als ihren Vorgängern. Die großen Straßenrennen im Herzen des Bremerhavener Fischereihafens haben weit über einer Million Besucher in sechs Jahrzehnten unvergessliche Erinnerungen beschert. Das 60. Fischereihafen-Rennen führt diese Tradition weiter. Ganz im Sinne seines Mottos: Laut. Roh. Echt.


Weitere Informationen unter
www.fischereihafen-rennen.de



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