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11.11.2014

Segeln und Abenteuer Mit dem Traditionsschiff Anna-Lisa auf Segeltörn

Beinahe 100 Jahre hat die Anna-Lisa auf den Planken. 1906 in der Werft Junge in Wewelsfleth gebaut, diente der Frachtensegler in den flachen Gewässern der Unterelbe und seiner Nebenflüsse zum Warentransport. Seit 1984 befindet sich die Anna-Lisa im Besitz des Vereins Bildungsschiff Niederelbe e.V. und reist mit Gruppen ins Nord- und Ostfriesische Wattenmeer, die Elbe und ihre Nebenflüsse oder auch zu Sandbänken und umliegenden Häfen.


Segeln und Abenteuer

Segeln und Abenteuer

Im Februar 1906 meldete der stolze Eigner Claus Heinrich Richters aus Wischhafen seinen neuen Ewer – damals „Mathilde“ genannt – beim Hamburger Schiffsregister an. Der Segler diente dem Schiffer und Händler Richters 46 Jahre lang zum Transport von Heu, Futtermittel und Getreide; aber auch Kohlen und Brennstoff handelte Richters mit der Anna-Lisa im gesamten norddeutschen Raum. Den Stellenwert des Schiffs für die Familie bezeugt ein ungewöhnliches Dokument: das Gedicht „40 Jahre MS Mathilde“ aus dem Jahr 1946.

Den Zweiten Weltkrieg verbrachte die Mathilde als Versorger in Norwegen, 1952 wurde sie als Binnenschiff an eine Wasserbaufirma verkauft. Dort erhielt sie dann auch ihren jetzigen Namen, allerdings noch mit „ie“ geschrieben: Anna-Liesa. Nach dem Ende der Baufirma verfiel der Segler zusehends. Mitte der 1970er Jahre erwarb ein Schiffsliebhaber das Schiff für 300 DM und ließ es zur Anna-Lisa restaurieren. 1984 schließlich landete der Segler beim Verein Bildungsschiff Niederelbe e.V., wo er erneut umgebaut und an die Erfordernisse als schwimmende Bildungsstätte angepasst wurde. Es entstanden 16 Gästeschlafplätze in vier Kabinen, eine Pantry mit sechs Kochstellen, Backofen und Kühlschrank, eine große Messe als Ess- und Versammlungsraum und zwei Toilettenkabinen.

Heute dient die Anna-Lisa Umweltbildungstouren, Familienseminaren, Klassenfahrten, Wochenendtouren oder Vogelbeobachtungen. Von Mai bis Oktober können Einzelpersonen, Familien oder Gruppen auf der Anna-Lisa mitsegeln – ganze Wochen, ein Wochenende oder auch nur tagesweise. Den Interessierten werden Kenntnisse der traditionellen Seefahrt vermittelt: Segeln, Navigieren, Knoten- und Wetterkunde. Auf dem Schiff herrscht ein großes „Miteinander“ – anders geht es nicht. Um die Anna-Lisa besegeln zu können, braucht es der Zusammenarbeit aller Mitfahrer, sei es beim Segel setzen, beim Manöver fahren wie dem Kreuzen, der Halse oder beim An- und Ablegen. Natürlich kann man sich auch mal an Deck einen Platz zum entspannen suchen oder sich in die eigene Koje zurückziehen. Die Anna-Lisa und ihre Ausstattung bieten vielfältige Aktionsmöglichkeiten: An Bord gibt es eine kleine Laborausrüstung für biologische Untersuchungen, eine Bücherei mit verschiedenen Büchern zu Themen Segeln, Wetterkunde, Seemannschaft, Piraten oder einfach nur zum Schmökern.

Auch wenn nicht gesegelt wird, findet vieles gemeinsam statt. An langen Tischen wird gegessen, abends sitzt man in der Messe, um den nächsten Tag zu planen, zu singen, Gitarre zu spielen oder einfach zu klönen. Der Rhythmus des Schiffes ist jener der See: man ist in den Tagesabläufen abhängig von dem, was die Tide und der Wind vorgeben. Da kann es vorkommen, dass über Nacht geankert und um fünf Uhr morgens der Anker bereits gelichtet wird, um weiterzufahren, weil der Wasserstand es nur zu dieser Uhrzeit erlaubt. Die Anna-Lisa ist Segeln und Abenteuer zugleich – ein Törn mit dem fast 100-jährigen Schiff ist ein Erlebnis, das man sich unbedingt einmal gönnen sollte.

www.bildungsschiff.de


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