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15.05.2011
Von: cj

Sterne über Afrika – Bremerhavener Planetarium

Den Sternenhimmel bis hin zum Äquator zeigt das Bremerhavener Planetarium. In Kooperation mit dem Afred-Wegener-Institut und dem Bremerhavener Schulamt wird es seit 2010 in einem Gebäude des AWI betrieben. Im April beging es sein fünfzigjähriges Jubiläum.


Früher, als man sich noch am Firmament orientierte und kein GPS besaß, war das Planetarium eine Schule zur Ausbildung von Kapitänen und Menschen, die navigieren mussten. Die Seefahrer arbeiteten mit Sextanten, konnten damit die Höhe des Polarsterns ermitteln und dadurch feststellen, auf welchem Breitengrad sie sich befanden. Aber viel früher schon zu Zeiten Platons und Aristoteles, die sich mit Astronomie beschäftigten, war die Festlegung der Jahreszeiten als überlebenswichtig erkannt, musste danach doch gesät oder geerntet werden. Die Jahreszeiten wurden damals schon im arabischen Raum, in Babylonien, Syrien und Griechenland festgelegt.

Über lange Flure und einen schlichten Sammlungsraum kommt man ins Allerheiligste: einem großen Rundbau, über dem sich hoch oben eine große Kuppel wölbt, auf der im fahlen Licht Gestirne zu sehen sind, die erst richtig funkeln und leuchten, wenn die Beleuchtung ausgeschaltet wird und vor samtblauem Himmel Planeten, Sonnen und der Mond zu sehen sind. Es ist ein überwältigender Eindruck.

Das künstliche Himmelsgewölbe hat im Planetarium einen Durchmesser von sechs Metern und bietet 30 Personen Sitz- und Beobachtungsmöglichkeiten. Der gestirnte Himmel wird durch die Projektion von Sternenhimmel-Diapositiven mithilfe hochwertiger Optik erzeugt. Die 31 in der Fixsternkugel angeordneten Projektoren geben etwa 5000 Sterne wieder, die nicht nur an ihrem richtigen Ort, sondern auch in einem richtigen Helligkeitsverhältnis zueinander stehen wie in der Natur. Die langsamen Bewegungen in der Natur spielen sich im Planetarium mit weit höherer Geschwindigkeit ab als im Kosmos. Zur Orientierung können die wichtigsten Netzlinien am Himmel, wie Meridian, Äquator, Ekliptik, Stundenkreis und ein Vertikalkreis dargestellt werden. Der Verlauf der Sonnen- und einer Mondfinsternis sowie der Anblick des Sonnensystems aus dem Weltall werden demonstriert. Das beeindruckende „Teleskop“ steht inmitten des Rundbaus und wird virtuos von Rolf Schäfer bedient.

Kundige erkennen einige der Sternzeichen, sehen den großen Wagen, den Bären oder auch die Zwillinge, den anderen gibt Rolf Schäfer, ehrenamtlich zuständig für Vorträge und Führungen, mit leidenschaftlicher Kompetenz Auskunft. Astronomie war zeitlebens sein Hobby und natürlich ist er Mitglied bei den Bremerhavener Sternenfreunden, die sich der Betreuung des Planetariums annehmen.

Hier erfährt man, dass auch unsere Erde Teil der Milchstraße, einer Galaxie, ist, von der es Abermilliarden im Universum gibt. Weil die Erde sich am äußeren Rand der Milchstraße als Teil von ihr befindet, können wir sie sehen. Die Ausmaße des Kosmos sind gigantisch, denn schließlich war das Licht der Milchstraße bereits acht Millionen Jahre unterwegs, ehe es für uns sichtbar wurde. Unser Morgen- und Abendstern, die Venus, erhielt ihren Namen, weil sie vor der Sonne auf und nach der Sonne untergeht. Rolf Schäfer erläutert, dass der Mond im April 2011 um 30 % heller schien als zu anderen Zeiten, weil er alle 18 bis 19 Jahre der Erde besonders nahe ist.

Der Mond ist der einzige natürliche Satellit der Erde. Mit einem Durchmesser von 3476 km ist er der fünftgrößte Mond des Sonnensystems. Beeinflusst er unser Dasein? Die Meinungen darüber gehen sehr auseinander, Rolf Schäfer jedoch erläutert, das sei alles Mumpitz, der gute Mond würde weder Geburten einleiten, noch depressiv oder mondsüchtig machen. Das seien sich selbst erfüllende Prophezeiungen. Auch astrologische Horoskope sind der letzte Unsinn, erfährt man, denn schließlich verschieben sich unsere Sternezeichen, unter denen wir geboren wurden, um jeweils einen Monat, so dass man bereits die Charaktereigenschaften oder aber Voraussagungen des darauf folgenden Sternzeichens tragen müsste.

Anders ist es bei Kleinstlebewesen im Meer, und zwar in der Südsee. Zu bestimmten Jahreszeiten und nur bei Vollmond schwärmen Abermillionen Tiere aus, um sich zu paaren. Klingt sehr romantisch. Eingeräumt wird jedoch die zwar nicht hundertprozentig wissenschaftlich erwiesene jedoch zu vermutende Wahrscheinlichkeit, dass der Mond, befindet er sich besonders nahe der Erde wie im März 2011, durchaus letzter Auslöser für eine Kontinentalverschiebung, wie beispielsweise auch jetzt in Japan, sein kann.

Im Planetarium werden unterschiedliche Programme für alle Altersgruppen und Schulstufen angeboten. Es finden an jedem ersten Donnerstag eines Monats um 19:00 Uhr Vorstellungen statt. Jeweils 30 Personen können daran teilnehmen. Eine Anmeldung bei Rolf Schäfer (per E-Mail an planetarium-bremerhaven@t-online.de oder telefonisch unter 0471 77755) ist erforderlich. Der Eintritt beträgt 2,50 Euro pro Person. Für Gruppen können weitere Termine vereinbart werden.

Einen neuen Sternenhimmel gibt es ab sofort im Fischereihafen. Dieses Erlebnis wird durch die Phänomenta in Zusammenarbeit mit den Sternfreunden Bremerhaven geboten. Es ist ein mobiles, aufblasbares drei Meter hohes Zelt und war erstmalig anlässlich der Fischparty am 16. April für Besucher zugänglich, ehe es seit Anfang Mai täglich besucht werden kann.

Astronomische Highlights 2011
Die nächsten Großereignisse am Firmament erwarten uns im Spätsommer: Der August erfreut alle Sternenfreunde mit einem der wohl zuverlässigsten und eindrucksvollsten Sternschnuppenströme des Jahres, den Perseiden, der Staubwolke des Sterns Perseus. In diesem Jahr dürften sich die meisten Sternschnuppen zwischen dem 9. und dem 13. August beobachten lassen. Der Höhepunkt wird in der Nacht vom 11. auf den 12. August erwartet. Dann können mit etwas Glück bis zu hundert Sternschnuppen in der Stunde zu sehen sein.

Die nächste totale Mondfinsternis entsteht am 15.06.2011. Um 19.23 Uhr tritt der Mond in den Halbschatten, die maximale Mondfinsternis ist um 22.13 Uhr.


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