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// Wirtschaft
11.05.2012
Von: cj

Qualität ist geil – Frische Krabben aus dem Cuxland…

…die Krabbenschälmaschine macht’s. In den Supermärkten liegen zu Hauf verschweißte Krabbenpackungen zu jeweils 100 Gramm, die für wenig Geld zu haben sind. Aus dem ehemaligen Festtagsessen – der Garnele – wurde ein Massenprodukt. Wer aber genauer hinsieht, wird feststellen, dass diese Krabben nicht nur mehrere Wochen alt sind, sondern bereits einen langen Transportweg hinter sich haben. Meist werden sie – einmal gefangen – via Laster nach Marokko und Polen gekarrt, um dort preiswert geschält zu werden, ehe sie wieder zurückkehren und in den Theken landen. Ihren eigentlichen Geschmack haben sie bis dahin längst verloren und eignen sich höchstens noch zur Verarbeitung in der Salatindustrie oder in der Suppe.


Qualität ist geil – Krabben aus dem Cuxland (Foto: PR / LAUFPASS)

Qualität ist geil – Krabben aus dem Cuxland (Foto: PR / LAUFPASS)

Nicht so bei der Firma Alwin & Siegfried Kocken in Spieka-Neufeld. Ließen sie – ehemals selbst Krabbenfischer – den Fang bis zum Verbot durch die EU in Heimarbeit schälen, stellten sie diesen Prozess später um und die vom Seniorchef Alwin Kocken entwickelte Krabbenschälmaschine kam zum Einsatz. Schon um 1950 herum versuchte sich Walter Preusler an einer solchen Maschine, die allerdings nie Serienreife erlangte. Alwin Kocken begann 1972 mit seinem Entwurf und entwickelte ihn mehr als ein Jahrzehnt lang weiter. Im Gegensatz zum Entwurf Preuslers, der ähnlich einer Dreschmaschine arbeitete und das Krabbenfleisch zerstampfte, wird die Kocke-Maschine mit Druckluft und einer Vakuumpumpe betrieben und kann dadurch fast jede Krabbengröße verarbeiten.

Seit 1986 ist die Maschine jetzt im Einsatz und hat sich bewährt. Mehr als 1.000 Tonnen Krabben hat die Maschine bereits geschält. Die Krabbenschälmaschinen, mittlerweile sind es zwei, sind nach Angaben des Erfinders jeden Tag im Einsatz. Die Nordseekrabben lassen sich sofort vor Ort verarbeiten. So sind sie viel frischer als jene, die erst eine halbe Weltreise machen, bevor sie auf dem deutschen Markt landen.

In einer Siebanlage werden die ganz kleinen Krabben, sie machen etwa fünf Prozent aus, aussortiert und zu Tierfutter verarbeitet. Die Mittelgroßen und Großen gelangen in die Schälmaschine und gehen in den Direktverkauf. Ausschließlich durch Direktverkauf und Eigenproduktion kann das Unternehmen das große Krabbenaufkommen in den Monaten August bis Oktober weder bewältigen noch ausschließlich vom Verkauf der Eigenproduktion existieren und lässt auch in Polen schälen. Die Ware wird morgens in Polen angeliefert und am nächsten Tag wieder abgeholt. Dann geht alles in die Schockfrostanlage in Dorum, wo die Ware auf minus 60 Grad gefrostet und anschließend in Bremerhaven im Kühlhaus eingelagert wird. So können die Krabben auch im Winter kontinuierlich geliefert werden.

Abnehmer sind zum einen die Ladenkundschaft im Direktverkauf, die Gastronomie im Umfeld sowie in ihrer Niederlassung im Fischereihafen Bremerhaven. Von dort werden viele mobile Fischhändler versorgt, überdies als wichtiger und anspruchsvoller Kunde auch die Deutsche See, die ihrerseits ihre Ketten beliefert. Die unterschiedlichen Preise – je nach Frische der Ware – werden gern gezahlt.

Man kann in Spieka-Neufeld völlig unbehandelte Krabben bekommen, die allerdings am gleichen Tag verzehrt werden müssen, die Alternative sind kurz mit Zitronensäure, Benzolsäure und Salz konservierte Ware oder schockgefrorenen Krabben aus Polen.

Es bleibt dabei: Qualität hat ihren Preis – dafür aber auch einen sagenhaft frischen Geschmack!

www.kocken.de



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