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12.08.2019

Nicht gleich abfinden lassen! Kündigung erfordert schnelles Handeln

Eine Kündigung ist meist ein Schock, schließlich bedroht sie die eigene Existenz. Wichtig ist es deshalb, möglichst schnell zu handeln – und zwar am besten nicht erst nach Erhalt der schriftlichen Kündigung.


„Sobald jemand ahnt, dass eine Kündigung droht, sollte er oder sie sich schlau machen“, rät Sven Thora, Rechtsberater der Arbeitnehmerkammer in Bremerhaven. Häufig sei eine Kündigung absehbar, entweder weil es anhaltende Auseinandersetzungen mit dem Chef gibt, bereits abgemahnt wurde oder weil es dem Betrieb wirtschaftlich schlecht geht. Wer gegen eine Kündigung seitens des Arbeitgebers vorgehen will, hat nicht viel Zeit, warnt Thora: „Die Klagefristen sind sehr kurz, deshalb am besten sofort zu uns oder direkt zum Arbeitsgericht.“

Aus seiner Beratungspraxis kennt Thora viele Missverständnisse und Fallstricke rund um das Thema Kündigung. Viele Beschäftigte seien zum Beispiel der Meinung, sie könnten automatisch bei einer Kündigung eine Abfindung verlangen – „das ist leider nicht so“, stellt Thora richtig. Eine Abfindung werde allenfalls mit dem Abschluss eines Aufhebungsvertrages angeboten. „Wir raten aber in jedem Fall, sich ein Angebot über eine Abfindung genau anzusehen und auch prüfen zu lassen.“ Denn wer einen Aufhebungsvertrag abschließt, kann diesen nur noch im Ausnahmefall anfechten und muss unter Umständen mit Sperrzeiten bei der Arbeitsagentur von bis zu zwölf Wochen rechnen. „Die Abfindung kann dann schnell aufgebraucht sein oder im schlimmsten Fall gar nicht reichen“, warnt Thora.

Häufig habe der Arbeitgeber gar keine Möglichkeit, rechtswirksam zu kündigen, die Abfindung wird lediglich als Lockmittel genutzt, um den Vertrag aufzulösen. „Gerade bei Frauen, die aus ihrer Elternzeit wieder einsteigen wollen, ist das eine nicht unübliche Praxis – solche Fälle landen immer wieder bei uns in der Beratung“, so Thora. Auch rentennahen Beschäftigten werden gerne Aufhebungsverträge angeboten. Die darin enthaltenen Abfindungsbeträge lesen sich zunächst gut, gleichen die tatsächlichen Abzüge bei vorzeitigem Rentenbeginn jedoch nur selten aus. Die Freude über die Abfindung kann auch hier schnell dahin sein.

Die nächste Info-Veranstaltung der Arbeitnehmerkammer zum Thema „Kündigung, Abfindung, Sperrzeit“ findet am 03. September um 17 Uhr in der Barkhausenstraße 16 statt. Weitere Infos zu den Veranstaltungen finden sich unter: www.arbeitnehmerkammer.de/rechteinfach


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