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// Wissenschaft
06.11.2019

Wissenschaftsstandort Bremerhaven – Zukunftsorientierte Forschung aus der Hafenstadt

Seit 2007 sind in Forschung und Entwicklung über 750 Arbeitsplätze in der Hafenstadt entstanden, das entspricht einem Zuwachs von 118 Prozent. Lag der Anteil an hochqualifizierten Arbeitskräften 2005 noch bei 6,5 Prozent, hat sich dieser 2018 fast verdoppelt und stieg auf 10,6 Prozent. Insgesamt sind derzeit 1.385 Menschen in der Wissenschaft beschäftigt. „Keine andere Branche in der Seestadt hat sich so dynamisch entwickelt“, schreibt die Arbeitnehmerkammer Bremen.


Hochschule Bremerhaven (Foto:Kai Martin Ulrich)

Hochschule Bremerhaven (Foto:Kai Martin Ulrich)

Aber was macht die Hafenstadt so attraktiv für die Wissenschaft? „Die enge Kooperation zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur ist in Bremerhaven vorbildlich“, sagt die Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH, kurz BIS. „In der Stadt der kurzen Wege wird gemeinsam, praxisorientiert an Zukunftsthemen sowie an den Bedarfen der Wirtschaft geforscht, entwickelt und dieses verständlich der Gesellschaft im Rahmen von Informationsveranstaltungen oder „Science Slams“ präsentiert. Auch die Clusterstrategie 2020 der Landesregierung schafft Attraktivität für die Wissenschaft. Durch die Programme ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, Forschungs- und Entwicklungsleistungen zu fördern.“

Die Clusterstrategie 2020 definiert zentrale Maßnahmen, wie den Transfer von Forschungsund Entwicklungsleistungen in die regionale Wirtschaft. Zusätzlich beinhaltet sie auch Finanzierungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für die Gewinnung neuer Fachkräfte, die Qualifizierung bereits bestehenden Personals und neuer Firmengründungen in Bremerhaven.

Die Wissenschaftslandschaft in Bremerhaven ist vielfältig. Die verschiedenen Forschungseinrichtungen beschäftigen sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Der maritime Charakter der Seestadt spielt bei den Forschungsbemühungen eine tragende Rolle. Besonders im Fokus stehen dabei gewonnene oder noch zu gewinnende Erkenntnisse rund um das Ökosystem Meer und damit zusammenhängende Themen, wie die Fischereiökologie, alternative Verpackungen und Energiegewinnung sowie die Schonung endlicher Ressourcen. Die Wissenschaft in der Hafenstadt zeichnet aber vor allem durch eines aus: Nachhaltigkeit.

Thünen-Institute für Seefischerei und für Fischereiökologie

Das Johann Heinrich von Thünen-Institut besteht aus insgesamt 14 Instituten. Das Institut für Seefi scherei und das Institut für Fischereiökologie sind seit 2017 in Bremerhaven ansässig und bilden gemeinsam eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung zur nachhaltigen Nutzung lebender, aquatischer Ressourcen.

„Im Thünen-Institut für Seefi scherei betreiben wir angewandte Forschung mit dem Ziel, die Funktionsweise der Meeresökosysteme und die Dynamik der lebenden Ressourcen zu verstehen - als Basis für eine nachhaltige Nutzung. Unsere Arbeitsweise vereinigt naturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Ansätze, um das System Meer als Ganzes zu erfassen und darauf aufbauend Politik zu beraten. Hauptziele der Fischereiforschung sind einerseits, die wissenschaftlichen Grundlagen zur Sicherung der Fischbestände und zum Erhalt der Erträge zu schaffen und andererseits den Einfl uss der kommerziellen Fischerei auf die Ökosysteme und Lebensräume im Meer sowie die Konkurrenz der kommerziellen Fischerei mit anderen Nutzungsformen mit in den Fokus zu nehmen. Die Ausweisung von Meeresschutzgebieten, die Errichtung von Offshore-Windparks, die Förderung von Erdöl, Erdgas und Kies auf hoher See erfordern ein in die allgemeinen Schutz- und Nutzungsziele der Meere integriertes Fischereimanagement. Ein umfassendes Verständnis der daraus resultierenden ökonomischen und ökologischen Zielkonflikte sowie der Konsequenzen von Bewirtschaftungsmaßnahmen ist für die Fischereipolitik ebenso wichtig wie für die Fischereiwirtschaft. Eine der wesentlichen Aufgaben des Instituts für Fischereiökologie ist es, durch Forschung und Überwachung Veränderungen der Meeresumwelt frühzeitig zu erkennen und deren Auswirkungen auf das Nutzungspotenzial lebender Ressourcen zu bewerten. Dabei spielen auch alternative Nutzungskonzepte, vor allem im Rahmen der Entwicklung nachhaltiger Produktionsverfahren in der Meeres- und Binnen-Aquakultur, eine zunehmend große Rolle. Nutzungskonzepte werden aber auch zu Schutzkonzepten, dort, wo es um den Erhalt sensibler Wanderfi scharten geht oder um die Bewahrung genetischer Diversität in aquatischen Beständen.“ – Diplom Biologin Nicole Hielscher, Forschungsreferentin beim Thünen- Institut für Seefischerei

Forschungs- und Technologietransfer Hochschule Bremerhaven

„Die Hochschule Bremerhaven ist gleichermaßen ein Element des bremischen Wissenschaftssystems wie auch regional-ökonomischer Akteur in der Seestadt Bremerhaven und mit ihren Forschungsaktivitäten in beide Systeme schlüssig eingebunden. Diese sind in den vier Clustern Energie- und Meerestechnik, Life Sciences, Logistik und Informationssysteme sowie Tourismus und Management zusammengefasst und richten sich stark an den Bedürfnissen der regionalen Wirtschaft aus. Die Hochschule Bremerhaven hat ein maritim geprägtes Profi l, was auch in vielen der Forschungsprojekte sichtbar wird. Aktuell laufen beispielsweise drei Projekte, die alternative Nutzungsmöglichkeiten von Biomasse aus dem Meer, erforschen.“ – Benjamin Küther, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Forschungs- und Technologietransfer Hochschule Bremerhaven

„Mak-Pak“ ist eine Verpackungslösung aus Makroalgen. Sie soll nachhaltig produzierbar, entsorgbar und essbar sein und wird als Alternative für Verpackungen im Außerhausverzehr und Imbisssegment dienen. Die Kooperationspartner sind das Alfred-Wegener-Institut und die Nordsee GmbH. Gemeinsam mit der Hochschule Bremen, der Uni Bremen und der Hochschule Wismar arbeitet die Hochschule Bremerhaven an dem Projekt „Albina“. Hier werden Potenziale von algenbasierten Bioschmierstoffadditiven erforscht. Im Fokus stehen die Gewinnung, der Einsatz und die technischen Eigenschaften von eukaryotischen Lebewesen. Ziel dieses Projektes ist die Anwendung von Mineralöl zu reduzieren und nachwachsende Algen als Rohstoff zu nutzen. Im Projekt „Aqua-Combine“ werden sogenannte Aquaponikanlagen erforscht und weiterentwickelt. Sie machen die kombinierte Kultivierung von Fischen und Gemüse möglich und bergen gleichzeitig das Potenzial, Bioenergie zu produzieren.

Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven

Das Technologie-Transfer-Zentrum (ttz) Bremerhaven ist ein unabhängiger Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. „Das ttz Bremerhaven entwickelt neue Produkte und Verfahren für die Lebensmittelwirtschaft. Aktuell beschäftigen sich die Forscher aus dem Fischereihafen in verschiedenen Projekten mit der Automatisierung von Herstellungsprozessen. Natürliche Rohstoffe zu Produkten mit gleichbleibender Qualität zu verarbeiten, stellt eine besondere Herausforderung für viele Bereiche der Lebensmittelwirtschaft dar. Das ttz Bremerhaven sucht mit seinen Partnern gezielt nach Lösungen, um diese Herausforderung für verarbeitende Betriebe beherrschbar zu machen und Ressourcen zu schonen. Da Ressourceneffi zienz auch immer Kosteneffi zienz bedeutet, sind die Themen nicht nur ein wichtiger Beitrag für den Klima- und Umweltschutz, sondern auch unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten von großer Bedeutung. Mit dem Ziel, Ausschussraten und den Energieverbrauch in der Lebensmittelwirtschaft zu reduzieren, forscht das ttz Bremerhaven derzeit daran, Gär-, Back-, Kühlund Gefrierprozesse mit Hilfe innovativer Technologien intelligenter zu gestalten und einzelne Prozessschritte digital miteinander zu vernetzen.“ – Markus van Bargen, Technischer Leiter beim Technologie- Transfer-Zentrum Bremerhaven


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