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// Musik
14.11.2018
Von: gbm

Brennendes Tribut an Metallica

Metal Militia lebt für die Live-Auftritte


Brennendes Tribut an Metallica. Metal Militia lebt für die Live-Auftritte (Foto: Jan Matthäi)

Brennendes Tribut an Metallica. Metal Militia lebt für die Live-Auftritte (Foto: Jan Matthäi)

Metal-Bands stehen den Klängen von Keyboards grundsätzlich ablehnend gegenüber, sagt man. Es muss Schneidbrenner-Gitarren hageln, und das Donnern der Drums soll die Wände erzittern lassen. Dennoch haben zum Beispiel die vier US-Boys von Metallica auf früheren Alben Tasteninstrumente eingesetzt. Metal Militia aus dem Berliner Umkreis haben sich also gleich einen fünften Mann zugelegt, um soundtechnisch so dicht an ihre Lieblinge zu kommen, wie es nur geht – denn Nothing Else Matters.

Swen Götze (Gitarre) und Schlagzeuger Andreas „Zicke“ Ziegler agieren Anfang 2000 zwar noch getrennt in anderen Formationen, vermissen aber fast gleichzeitig das, was sie einst zum Rocken gebracht hat: den Spaßfaktor. Das Rad neu erfinden wollen sie nicht, geht ja auch schlecht. Da beide aber eingefleischte Fans von Metallica sind, glauben sie fest daran, als Tribute-Band ihrer Helden die Gier nach Live-Gigs wieder stillen zu können. Das Akquirieren Gleichgesinnter dauert erwartungsgemäß eine gefühlte Ewigkeit. Um optimal besetzt zu sein, nehmen sie diese Geduldsprobe in Kauf.

Stefan Hoppe (Gesang, Gitarre), Jens-Peter Springer (Bass) und Jürgen Übermuth an den Keyboards ergänzen das aktuelle Line-up perfekt. Der Name Metal Militia (Songtitel aus Metallicas erstem Album „Kill ‘em all“) wird von Zicke beigesteuert und einstimmig akzeptiert, weil es gefährlich ist, einem Drummer mit zwei Stöcken in der Hand zu widersprechen. Sänger Stefan lebt in Niedersachsen. Das erleichtert gemeinsames Proben nicht gerade, macht aber auch nicht wirklich mutlos, da alle den Vorteil einer Tribut-Formation erkannt haben: Jeder probt seinen Part zuhause. Mit Musikern, die sich gewissenhaft vorbereiten, ist es tatsächlich möglich, auf die Bühne zu gehen, einzuzählen und loszurocken. Das mag so einfach klingen, ist es jedoch nur, wenn sich alle im Vorfeld akribisch reinhängen.

Jahrelang feilen die Fünf, um den Studio-Produktionen der Vorbilder gerecht zu werden. Man muss schon ganz genau hinhören, um die teilweise schwer auszumachenden Keyboards bei Metallica zu hören. Mal sind sie gut wahrzunehmen, mal weniger deutlich. Fehlen sie, fällt es auf. Mag sein, dass Metal Militia sich insofern mit Jürgen Übermuth optisch von den Originalen entfernt, dafür bringt Frontmann Stefan sie wieder dichter ran. Eine CD einzuspielen macht wenig Sinn, sagen sie, vielleicht irgendwann mal einen Live-Mitschnitt. Was ist mit eigenen Werken? Na ja, Gründungsmitglied Zicke hat zwar um die 40 Eigenkompositionen auf seiner Festplatte, die allerdings so verdammt nach dem „schwarzen Album“ der Amerikaner klingen, dass von einem eigenen Stil kaum die Rede sein kann. Er ist halt sehr vom Songwriting James Hetfields geprägt. Macht aber nichts. Sollten die Kollegen mal über einen Nachtrag zum „schwarzen“ Album nachdenken, ihr Schlagzeuger hätte da was vorbereitet.

Das Konzertmanagement liegt komplett in den Händen der Band. Nach jeder Show gibt es entweder neue Angebote oder aber potentielle Veranstalter werden gezielt angeschrieben. Und so touren sie seit 2014 durch die deutschen Lande und sind glücklich und zufrieden mit dem hervorragenden Echo ihres Publikums. Es darf gern wachsen, da ist man sich einig, und genau deshalb reisen sie weit. Kevin Ricke vom Rock Center Bremerhaven hat sie für Samstag, 15. Dezember 2018 verpflichtet. Wer sich das Original aus Kostengründen nicht leisten kann oder keine weißen Linien auf der Autobahn fressen will, der ist mit den Brandenburgern bestens versorgt. Schließt man die Augen, um die musikalische Nähe zu den Amis noch intensiver zu hören, sieht man allerdings ihren knackigen Auftritt schlechter. 


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