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// Musik
07.05.2018
Von: gbm

Elektrisches Summen im Bauch

Kevin Ricke, geschäftsführender Trommler des Bremerhavener Rock Centers in der Moltkestraße, sieht Musiker kommen und gehen. Sie mieten sich Proberäume oder kommen zu den Veranstaltungen des Hauses. Gespräche ergeben sich wie von selbst, da alle ein gemeinsames Thema haben: die Musik. Wen wundert es also, dass er aus dem Vollen schöpfen kann, sollte ihm die Idee durch den Kopf schießen, eine neue Band gründen zu wollen. Es soll erst einmal nur ein Versuch sein. Spontan spitzt er die Ohren von Basti und Patrick, macht ihnen den Mund wässrig, mit ihm eine Nirvana-Tribute-Band zu gründen. Jeder spielt zwar schon in einer festen Formation, aber wenn es reinhaut, alle umhaut, dann hat man eben noch jede Menge zusätzlichen Spaß.


Love Buzz

Love Buzz (Foto: Cristobal Bullwinkel)

Es geht alles blitzschnell. Idee, Konzept, Umsetzung, sechs Wochen Probe für 15 Songs, Test-Konzert und ein begeistertes Echo vom Publikum, das eine Fortsetzung unumgänglich macht. So haben die Drei es sich gewünscht. Ihre Liebe zur Grunge-Band Nirvana und deren Sänger Kurt Cobain (†1994) sowie eine Refrainzeile aus einem seiner Lieder lassen schnell einen Namen für das Trio finden: Love Buzz. Wen stört es, dass es schon eine Band in Ontario mit diesem Namen gibt. Kanada ist weit weg, das Liebessummen (frei übersetzt) ihnen dafür aber umso näher.

Wer nicht weiß, wie man den zweiten Teil des Bandnamens ausspricht, fragt am besten Patrick, den „Buzzisten“. Der Pfeil des Erfolges zeigt bei den Bremerhavenern jedenfalls steil nach oben. Bereits das erste Konzert im Rock Center (Ostersonntag) ist restlos ausverkauft. Der nächste Auftritt beim „Welcome to the jungle“-Festival im Laubenpieper lässt ebenfalls keine Wünsche offen, außer dem einen, dass es jetzt immer so weitergehen möge. Bühnen sind in der Seestadt nämlich nach wie vor dünn gesät, heißt: im Moment ist ihre Eigeninitiative, Spielplätze zu finden noch ungleich höher als Anfragen von Veranstaltern.

Das stört aber niemanden. Geduld entpuppt sich als Tugend, und letztlich muss es sich erst einmal herumsprechen, dass es diese Formation überhaupt gibt. In der Zwischenzeit wird ein bis zwei Mal in der Woche akribisch geprobt, das Repertoire erweitert, immer auf das Unerwartete hoffend hingearbeitet. In den Pausen sitzen sie zusammen und planen ihre Mini- Tour durch die Republik. Bei all ihren Vorhaben werden sie von einem Team unterstützt, zu dem ein eigener Toningenieur gehört, ein Mann fürs Licht, Fotografen, eine Managerin – Freunde eben, die von Anfang an dabei sind und für Love Buzz genau so brennen wie die Künstler selbst.

Das Feuer müssen sie dann schon selbst unter die Leute bringen. Kein Problem, denn Basti, Patrick und Kevin sind erfahrene Mucker, die es jederzeit verstehen, ihre Liebe zur Musik locker zu veräußern. Mit der Möglichkeit, den Alltag hinter sich zu lassen, sich auszudrücken, fröhlich oder traurig zu sein, ist das Mucken schließlich ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Also, Stecker in die Amps, Sticks in die Hände, losrocken, Spaß haben und Freude unters Volk mischen, bis die Frage „can you feel my love buzz?“ („Kannst du mein Liebessummen fühlen?“) sich von selbst beantwortet.


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