Abo   |   Ausgaben   |   Kontakt   |   RSS-Feed   |   Sitemap   |   Suche   |    Werben im LAUFPASS
LAUFPASS - das Online-Portal fr Bremerhaven, Cuxhaven und Umzu
Das Online-Portal für Bremerhaven, Cuxhaven und Umzu
 Startseite   |   Nachrichten   |   Kultur   |   Termine   |   Sport   |   Freizeit   |   Gesundheit   |   Lifestyle   |   Gastronomie   |   Ratgeber   |   Branchenbuch
|   Kunst   |   Musik   |   Theater   |   Medien   |   Kolumne   |   Archiv   |
// Musik
13.11.2017
Von: gbm

Gerths Bagaasch un een ault Kulturgout

Dat lävt un dat rockt – was ist daran nicht zu verstehen? Gemeint ist das ziemlich lebendige Debüt-Album von Gerth Schmidt und seiner „Bagage“ aus dem Jahr 2014 auf Plattdeutsch. Für Sänger Schmidt, der hierfür Texte des Dithmarscher Dichters Klaus Groth (1819-1899) vertonte, ist es eine Sprache und kein Dialekt, in jedem Fall aber ein altes Kulturgut. Das wiederum heißt nicht, dass sich die Musik auf der CD Letzterem anpasst. Im Gegenteil, sie ist modern, rockig, folkig, und dafür zeichnen Nils Wandrey, Ingo Beck, Lars Hierath und nicht zuletzt Komponist Schmidt verantwortlich.


Gerths Bagaasch

Gerths Bagaasch (Foto: Markus Abeling)

Als nach dem Krieg an den Schulen ausschließlich Hochdeutsch gelehrt, Plattdeutsch lediglich als Sprache der „Bauerntrampel“ oder der einfachen Leute abgetan wird, gerät es von heute auf morgen ins Abseits und wird selbst in den eigenen vier Wänden nur selten gesprochen. Es kann nicht eins zu eins umgesetzt werden, es gibt dafür keinen Duden, und dass sich „plattdüütsch“ nie der Rechtschreibreform unterwerfen musste, ist nur ein schwacher Trost. Von 80 Millionen Menschen in unserer Republik sind vielleicht noch 6 Millionen des Niederdeutschen mächtig. Einer von denen, die helfen wollen, dass es mit dieser Sprache wieder bergauf geht, ist Gerth Schmidt. Mit seinen eingängigen Kompositionen zu Groths Worten zeigt er, wie sehr ihm das am Herzen liegt.

Natürlich wird dem Geestlander das Erstlingswerk deshalb nicht gleich aus den Händen gerissen, aber von Konzert zu Konzert findet sich seit der Veröffentlichung eine kontinuierlich wachsende Liebhaber-Gemeinde. Das ist für den Sänger mit der herrlich rauchigen Stimme und seine Mannschaft Motivation genug, eine weitere CD in Angriff zu nehmen. Die Besetzung im Studio, wie später dann auch für Live-Auftritte angedacht, gehört zur Crème de la Crème der Bremerhavener Musikszene. Multi-Instrumentalist und Produzent Nils, Saxophonist Lars und Keyboarder Ingo werden zusätzlich von Stephan Hübler (Bass), Dario Beck (Gitarre, Ukulele) und Olaf Satzer am Schlagzeug verwöhnt. Letzterer sorgt mit seinem beeindruckenden Groove verständlicherweise für wesentlich mehr Leben als der unbestechliche Rhythmus-Automat. Allesamt erfahrene Mucker (um nicht „alte Hasen“ zu sagen), daar kann gar nix mehr scheef gohn.

Beide Silberlinge entstanden in Wandreys Alligator Farm Studio. Schnörkellose Arrangements, spannende Gitarren des Eigners und nicht minder gefühlvolle Soli auf dem Saxophon oder der Querflöte von Hierath, um nur zwei Akteure zu nennen. Alle anderen machen das Ganze zu einem absolut hörenswerten und klangvollen Ganzen. Genres wie Rock, Blues und Reggae wechseln sich dabei geschickt ab. Da das Niederdeutsche starke Ähnlichkeit mit dem Niederländischen und dem Englischen aufweist, empfiehlt es sich vielleicht, die Konzertreihe 2018 auf diese Länder auszuweiten. Andererseits ist zweifellos das Schöne an beiden Alben, dass man gar nicht jedes Wort verstehen muss.

In Verbindung mit der Musik auf der neuen CD öffnen sich erklärende Bilder von tiefer Liebe, einem verlorenen Paradies, aber auch von Gruselstimmung (der Text für den Bonustrack wurde von Edgar Allan Poe ausgeliehen) oder einem sehnsuchtsvollen Rückblick in die vergangene Kindheit. Wer jetzt immer noch nicht weiß, um was es bei den insgesamt 14 Liedern geht, der liest parallel zum genussvollen Hören der Musik den berühmten Gedichtband Klaus Groths mit dem Namen „Quickborn“. Da steht alles drin. Man kann sich damit ganz prima auf die Live-Premiere von Gerths Bagaasch im Theater im Fischereihafen am Sonntag, dem 21. Januar 2018, um 17 Uhr vorbereiten.


WWW.GERTHSBAGAASCH.DE



// ONLINE DURCHBLÄTTERN
LAUFPASS 04/17 (Aktuell)
LAUFPASS 03/17
LAUFPASS 02/17
Anzeige
Anzeige
Anzeige
// VERANSTALTUNGEN (HEUTE)
Newsletteranmeldung
Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse:

 AGB   |   Datenschutz   |   Impressum   |    Mathilde_drop