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// Musik
13.11.2017
Von: gbm

Heavy Melody Power Pop Punk

Er hat beeindruckendes Talent, Popularität, Erfolg, und so beginnt die Karriere von Duncan Reid wie bei unzähligen anderen jungen Musikern auch. 1975 verlässt er die Schule, die ihm bestätigt, dass er ein fauler Sack ist. Sich stundenlang in verrauchten Cafés rumzutreiben, den Flipper zu malträtieren und Slade zu hören, das sei nicht genug, um einen Plan fürs Leben zu finden – wenngleich die schulischen Leistungen ausreichen, um eine Bewerbung auf dem „besten College der Welt“, Cambridge, zu gestatten. Also verlässt der junge Mann seine Heimatstadt Canterbury, um bei seinem Vater in London zu leben. Die Großstadt allerdings injiziert ihm mehr Musik in die Venen als Sympathie für ein Studium. Schule? Lernen? Nie wieder! Er hat seinen zukünftigen Weg jetzt direkt vor Augen.


Duncan Reid

Duncan Reid (Foto: treibsAND)

In seines Vaters Schrank findet er einen Vintage Bass und weiß sofort, das wird sein Studienobjekt sein. Bis er dieses Instrument erlernt hat, muss Geld fürs tägliche Porridge her. Duncans alter Schulfreund Jack Black, der in einer Fabrik arbeitet, in der T-Shirts bedruckt werden, besorgt ihm einen Job an seiner Seite. Jack spielt Schlagzeug. Eine wunderbare Basis für Zukunftsvisionen. Jeder Tag beginnt gleich: Eine Tasse Tee, ein Joint, und dann noch ein paar weitere, bis sie endlich eingeladen werden, bei einer Jam mitzumachen, die am Ende des Tages als Ergebnis die Gründung einer Band haben könnte.

In einem muffigen Keller treffen sie auf Casino Steel und Matt Dangerfield, die gerade eine Band mit dem Namen „The Boys“ gründen wollen. Das erklärte Ziel ist, besser und größer werden zu wollen als die Beatles. Das Leben kann so schön sein. In dem winzigen 4-Spur-Studio, das mit geklautem Strom einer elektrischen Straßenlaterne versorgt wird, um den eigenen Zähler nicht unnötig zu strapazieren. Mick Jones (später The Clash), Brian James und ein junger Mann namens Billy Idol schaffen sich gerade aufreibend bei einer Aufnahme- Session. Duncan fühlt instinktiv, hier ist er richtig.

Der erste Sommer in London geht zu Ende, der Job in der Fabrik hat ihn über Wasser gehalten. Da erinnert er sich plötzlich, dass er ja im September einen Platz für Chemische Technologie am University College London belegt hat. Zwar nicht Cambridge, aber zweifellos eine sehr gute Uni. Kurs belegt, hineinspaziert, umgedreht und nie wieder hin. Abends erzählt er seinem Vater, er habe nun mit seinen 18 Jahren und reichlich gesammelten Erfahrungen diesen Entschluss fassen müssen. Tief im Herzen sei er schließlich Punk, und seine Band The Boys kurz vorm Durchbruch.

Das Sozialamt spendiert ihm 5,50 Pfund wöchentlich, weil er seinen Job freiwillig quittiert hat und zuhause wohnt. Sein Vater ist mächtig entzückt und nimmt ihm fünf Pfund für Miete gleich wieder ab. Ihm würden jetzt 50 Cent für die tägliche Fahrt in das kleine Studio zur Probe mit The Boys verbleiben. Duncan wählt den etwa dreistündigen Fußmarsch aus Liebe zur Musik. Schlimm genug, jetzt auch noch eruieren zu müssen, wer generös genug sein könnte, ihm das geliebte Bier in der Kneipe zu spendieren.

Durch das bestens organisierte Musiker-Netzwerk Londons lernt er ständig neue Leute kennen. Trotzdem erfolgt die Gründung seiner eigenen Formation The Big Heads erst um 2012. Bis zur endgültigen Findung muss sie allerdings diverse Umbesetzungen über sich ergehen lassen. Weshalb Träume haben, wenn man sie sich nicht erfüllen kann. Heute besteht die Formation aus Duncan (Gesang, Bass, Keyboard), Sophie K. Powers (Gitarre, Keyboard), Karen Jones (Schlagzeug) und Nick Hughes (Gitarre). Was ist nun anders als bei anderen Bands? „Wir sehen besser aus“ oder „Wir sind so brillant, dass wir nicht proben müssen, und wir genießen es Stücke zu spielen, die wir nicht kennen“, schwärmt Frontmann Reid.

Da ist also pure Bescheidenheit im Spiel. Tatsache ist, dass The Big Heads mit ihrem ungebremsten Heavy Melody Power Pop Punk bei jedem Konzert die gesamte Breite der Bühne nutzen, und man sagt, sie fegen alles weg, was da am selben Tag vor ihnen gespielt hat oder danach noch kommen mag. Der Chef komponiert und textet selbst. CDs gibt es natürlich auch, wenngleich jeder, der sie live erlebt hat, sich noch so lange an ihren Auftritt erinnert, dass er sich das Geld für den Silberling eigentlich sparen könnte.


WWW.DUNCANREIDANDTHEBIGHEADS.COM



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