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// Kultur
15.02.2011

Menschenfreund Richard Sennet: Soziologe und Literat erhält Schockenpreis

Der in Chicago geborene US-amerikanische Soziologe Richard Sennet lehrt Soziologie und Geschichte an der New York University und der London School of Economics and Political Science. Seine Hauptforschungsgebiete sind Städte, Arbeit und Kultursoziologie. Sennett befasst sich in seiner Arbeit mit zentralen Themen des urbanen Lebens und ihren Folgen für den Menschen. Das Spektrum reicht von der Vereinzelung moderner Individuen, über ihre Orientierungslosigkeit und Ohnmacht in einer von Oberflächlichkeit und Instabilität geprägten sozialen Umwelt.


Menschenfreund Richard Sennet - Soziologe und Literat erhält Schockenpreis

Menschenfreund Richard Sennet - Soziologe und Literat erhält Schockenpreis (Foto: Thomas Struth)

Er sieht den Menschen als fremdbeherrschtes Wesen im unkontrollierbaren städtischen Lebensumfeld und beschreibt einfühlsam den Verlust der Sinnlichkeit und emotionalen Sicherheit, den wir in den modernen Gesellschaften erleiden. Berühmt wurde Sennett mit seinem Buch „Verfall und Ende des öffentlichen Lebens“ (1977). In seinem jüngsten Werk „Handwerk“ (2008) fordert er, in Abgrenzung zu den Arbeitsbedingungen des Finanzkapitalismus, den Eigenwert der individuellen Arbeit wieder herzustellen und die Arbeitsumstände für die Menschen so zu gestalten, dass sie danach streben, ihre Tätigkeit möglichst gut zu verrichten.

Die Jury zum Jeanette Schocken Preis – dem Bremerhavener Bürgerpreis für Literatur – hat einstimmig für die Vergabe des Preises an Richard Sennett votiert. Der Preis wird am Sonntag, dem 8. Mai 2011 im Historischen Museum / Morgenstern-Museum der Seestadt Bremerhaven verliehen. Der Preis ist mit 7.500,- Euro dotiert. Der Preis wird aufgebracht durch Spenden von Bremerhavener Bürgerinnen und Bürgern.

Die Begründung der Jury lautet: „Richard Sennett ist ein bedeutender Soziologe und Philosoph – darüber hinaus ist er ein literarischer Erzähler von Format. Seine Essays wenden den Blick zurück in die Kulturgeschichte und ebenso nach vorn, auf die unmittelbare Gegenwart unserer kapitalistischen Moderne. Er weist – mit Kant – auf die Gefahr hin, dass wir als lebendige, aus krummem Holz geschnitzte Menschen in unsere normierte Welt nicht mehr hineinpassen. Sennetts Bücher sind ein Plädoyer für die Verteidigung der gefährdeten Sinnlichkeit und für die Bewahrung der menschlichen Würde in unserer Lebens- und Arbeitswelt. Ob diese Bücher von den alten und neuen Metropolen, von der Geschichte des Handwerks, vom Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit einst und heute handeln – oder von der aktuellen Zumutung ein „flexibler Mensch“ zu sein: Sennetts vielgestaltigen, nie dogmatischen politischen Essays fügen sich zu einer großen humanen Zivilisationserzählung.“


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