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// Musik
13.11.2017
Von: gbm

Zurück in die Zukunft

Weil die englischsprachige Pop-Musik weitgehend von den öffentlich-rechtlichen Sendern in unserer Republik ignoriert wurde, wanderte die jugendliche Zielgruppe der Zuhörer und Zuschauer Anfang der 60er einfach ab zu AFN, Radio Luxemburg oder Piratensendern. Spätestens 1963 war das Interesse an englischer Beatmusik bei den jungen Leuten so immens gewachsen, dass die Fernsehmacher sich dem Zeitgeist nicht länger widersetzen konnten. Heute erinnert man sich mit schmachtenden Gedanken an die einstige TV-Kultsendung Beat Club von Radio Bremen, die am 25. September 1965 zum ersten Mal gesendet wurde. Jeden Samstag um 16.45 Uhr rissen sich Beat-Begeisterte zwischen 14 und 34 Jahren um die besten Plätze vor der Glotze.


Tonmeister Andreas Stasierowski bei Cross Art Records

Tonmeister Andreas Stasierowski bei Cross Art Records (Foto: Marten Arndt)

Mike Leckebusch, Redakteur bei Radio Bremen, und Gerd Augustin, derzeit DJ im Bremer „Twen Club“, wurden beauftragt, diesbezüglich ein Konzept zu entwickeln. Uschi Nerke, Gerd Augustin selbst, Manfred Sexauer und Dave Lee Travis, so hießen die Moderatoren. Live-Bands, 150 Zuschauer in dem verhältnismäßig kleinen Studio mitten im Wald von Garlstedt (Osterholz-Scharmbeck) und ein Regisseur, der mit seiner für damalige Zeiten außergewöhnlichen Kameraführung und dem Einsatz visueller Effekte die Konzerte fernsehmäßig genial atmosphärisch umsetzte.

Erst als Jahre später Künstler mit jazzigem und progressivem Repertoire eingeladen wurden, ließ das Publikumsinteresse langsam nach, und der „Beat Club“ fand im Dezember 1972 sein Ende. Nachfolger „Musikladen“ schaffte es, zwölf Jahre lang mit populären Namen wie Police, Boney M., ABBA und unzähligen mehr, mit 90 Folgen auf Sendung zu bleiben. Dann war Schicht im Schacht. Was im März 2000 mit Mike Leckebuschs Tod sein trauriges Ende findet, erlebt durch den Flugzeug-Ingenieur und Musikliebhaber Dr. Siegfried Zaft, der neun Jahre später das futuristisch anmutende Gebäude mit seiner Ehefrau bezieht, eine Art Wiedergeburt.

Der „Hüter der Schätze“ lädt Fans der legendären TV-Show, Musiker und Freunde zu Führungen durch das Haus ein, die er mit lustigen Anekdoten zu früheren Aufzeichnungen und dem alten Inventar begleitet und zu einem Erlebnis für alle Besucher macht. Immer wieder lässt er dabei verlauten, dass er einen kompetenten Mann für das Tonstudio sucht, der ihm beim Wiederaufbau behilflich sein möchte. Den findet Zaft im studierten Tonmeister und versierten Keyboarder Andreas Stasierowski aus Berne.

Das technische Equipment muss komplett erneuert werden. Eine Heidenarbeit. Tonnen von alten Kabeln stapeln sich schon nach ein paar Arbeitstagen im Hof. Stasierowski recherchiert und erfährt, dass ein Kollege in Haltern sein Studio aufgeben und verkaufen will. Besser geht nicht. Ein mit 32/8-Verkabelung schalloptimiertes Großraumstudio, zwei schallfreie Multifunktionsräume, alle erneuert, alle parallel nutzbar. Die „Maske“, die großzügigen Meditier-Räume und das integrierte, zauberhafte Original-Pub aus dem 19. Jahrhundert bleiben, wie sie sind.

Für Musiker, die aus größeren Entfernungen anreisen und kostentechnisch ihre Backline lieber zuhause lassen möchten, stehen diverse Instrumente wie verschiedene Yamaha Motif, Korg Kronos Keyboards, E-Gitarren, zwei komplette Drumkits und viele mehr zur Verfügung. Weshalb nun das alles? Der neue Eigentümer möchte mit seinem Engagement talentierten Künstlern aller Altersklassen die Möglichkeit bieten, ihre eigenen Werke kostengünstig zu produzieren. Es geht ihm nicht um den schnöden Mammon. Zaft hat ein großes Herz für die Musik und in seinem Tonmeister einen erfahrenen Mann gefunden, der ihn bei der Auswahl der Projekte unterstützt.

„Cross Art Records“ lautet der bezeichnende Name des Tonstudios jetzt. Genres aller Art sind herzlich willkommen. In speziellen Fällen, also bei Bedarf, werden die Kosten für Produktion und Vermarktung sogar übernommen. Die Idee des ambitionierten Teams heißt „Nachwuchsförderung“, aus Rohdiamanten glänzende Preziosen zu schleifen. Die ersten Schritte für Interessierte sind denkbar unkompliziert: Termin machen, reinschauen, sehen, was im Studio der anderen Art geht – ob nun als Musiker oder als Anhänger der damaligen Sendungen. Es lohnt sich in jedem Fall.

WWW.CROSS-ART-RECORDS.DE


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