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// Musik
13.11.2012
Von: George B. Miller

Jumpa – per aspera ad astra: Karriere am Computer mit krassen Beats

W. A. Mozart schrieb „Lodron“, sein erstes Klavierkonzert für zwei oder drei Klaviere, mit 20, Ludwig v. Beethoven sein Klavierkonzert in Es-Dur mit 25 Jahren. Lennard „Jumpa“ Oestmann komponierte den Einmarsch für Klitschko-Herausforderer Manuel Charr in dessen „wichtigstem Kampf“ mit 17 Jahren. Kann man das überhaupt vergleichen? Grundsätzlich natürlich nicht, denn Mozart wie auch Beethoven waren Notisten und befanden sich zum Zeitpunkt ihrer ersten Werke bereits in der Ausbildung zur klassischen Musik. Lennard Oestmann bedient zwar auch die schwarzweißen Tasten, um seine Klänge hörbar zu machen, lässt seine Inspiration aber außergewöhnlich geschickt direkt aus der Seele in die Finger fließen, ohne studierten Klavierunterricht oder dem Auseinandersetzen mit der Harmonielehre. Nur Midi-Keyboard, Drum Computer und PC helfen ihm.


Jumpa – per aspera ad astra: Karriere am Computer mit krassen Beats. (Foto: PR)

Jumpa – per aspera ad astra: Karriere am Computer mit krassen Beats. (Foto: PR)

Lennards favorisiertes Genre ist der Hip Hop. Mitte der 70er Jahre gilt dieser in der Musikindustrie noch als chancenlos. Es existieren keine frühen Tondokumente, weil es die Zeit der DJs ist, die mit „scratchen“ auf Vinyl-Schallplatten erfolgreich die Leute auf die Tanzfläche holen. Dieser Boom ist dennoch nicht aufzuhalten, entwickelt sich als eigener Stil mit eigenen Techniken weiter, und mit einem Mal ist es nicht nur eine Musikrichtung, sondern eine nicht mehr wegzudenkende Jugendkultur. Die Konkurrenz für Rapper, aber auch für ihre Produzenten und Komponisten, ist enorm. Nur wenn man etwas Besonderes hat, besteht die Chance, auf sich aufmerksam zu machen, um sich dann eventuell auch durchsetzen zu können. Lennard Oestmann vereinigt dieses „Besondere“, Talent, Gefühl, Sensibilität für harmonische Melodiefolgen und ausgefallene Beats – komplette Instrumentalparts eines Hip Hop-Songs – unter dem Namen „Jumpa Beatz“.

Vier Jahre lang mischt er ganz oben in der lokalen Szene mit, produziert unter anderem den „12. Mann“ zur Fußball-EM 2012 für Bremerhavens Mob.Inc., ohne im Hinterkopf das „große Geld“ zu haben. Es ist der Spaß an der Sache, der ihn mühelos Schritt für Schritt gehen lässt. Über Nacht kommt dann das erste zählbare Erfolgserlebnis. Sein Beat für den Song „Farben 2“ von BOZ (Hamburg) schlägt ein wie eine kleine Bombe, und sein Berliner Freund Liquit Walker reicht den jungen Bremerhavener Abiturienten unter den ganz Großen des nationalen Hip Hop herum. Zwei Kompositionen auf dem Fard-Album „Invictus“ bringen den Senkrechtstarter das erste Mal in die Charts. Das wiederum ruft das bundesweit florierende Vegas Label „Freunde von Niemand“ auf den Plan, die den Macher aus der Seestadt unter Vertrag nehmen. Einzige Bedingung: Das „Beatz“ muss aus Lennards Logo verschwinden. Kein Thema, also nur noch „Jumpa“. Und dieser Name hat sich mittlerweile ziemlich rasant als Gütesiegel in diesem Musikstil etabliert.

Ohne Verschnaufpause steht die nächste Sprosse auf der Leiter nach oben an. Manuel Charr, Vitali Klitschkos Gegner im Kampf um die WBC-Krone am 8. September in Moskau, ist eingefleischter Fan des Berliner Top-Rappers Massiv, der den Text zum Einmarsch in die Olympijski-Halle schreiben soll. Die Musik aber wird Lennard unter den Rap legen. So will es Massiv. Netzwerk ist eben alles. Eine große Verantwortung? Ganz sicher, aber der jüngste Beatz-Produzent aller Zeiten geht cool damit um.

Lennard bleibt auf dem Teppich, ohne dass seine Mutter ihn dazu ermahnen müsste. Sie ist berechtigt stolz auf ihren Sohn, hat ihre eigenen Erfahrungen in der Musikbranche gemacht und weiß aus erster Hand, wie schnelllebig dieses Geschäft sein kann. Können ist nicht alles, eine Unze Glück gehört auch dazu. Also erst der Hauptgang, dann das Dessert, respektive das Hobby. So entsteht bei ihm die hörbare Leichtigkeit des Aneinanderreihens und Zusammenfügens seiner Rhythmen und Melodien, die zeitweise an Musik aus Filmen erinnern. Das „Ende“ des Films ist allerdings noch lange nicht in Sicht und auch nicht abhängig vom Verkauf des brandneuen Massiv-Albums, auf dem der Beatbauer von der Weser mit mehreren Playbacks vertreten ist. Der Fluss ist in Bewegung und Lennard will Meer.

www.myspace.com/jumpabeatz



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