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// Lifestyle
14.11.2016
Von: Christof Maybaum

Einen Monat fleischlos leben – ein Selbstversuch

Wie fühlt es sich eigentlich an, vegan zu leben? Wie bereitet man sich am besten darauf vor, einen Monat lang auf tierische Produkte zu verzichten, sich einen Monat lang bewusst zu ernähren und sich einen Monat lang auch noch dafür zu rechtfertigen, warum man das eigentlich macht?


Vegan, einen Monat fleischlos (Foto: Foto: xamnesiacx/shutterstock.com)

Vegan, einen Monat fleischlos (Foto: Foto: xamnesiacx/shutterstock.com)

Wie kam der Gedanke? Bewusst auf die Ernährung zu achten, hat bei mir nie wirklich gut funktioniert. Ständig erlaubt man sich doch mal die eine oder andere Leckerei. Warum also der Entschluss, mich einen Monat lang vegan zu ernähren? Aus Überzeugung und gegen die Massentierhaltung? Sicher nicht – dafür esse ich viel zu gerne Fleisch, obgleich ich selbstverständlich auch keine gute Meinung zur Massentierhaltung habe. Es gibt einfach zu viele leckere tierische Produkte. Ob beim Grillen oder einfach die Milch fürs Müsli am Morgen oder auch für den Kaffee. Vegan werden, um „hip“ zu sein und dem neusten Trend zu folgen? Da ich sonst nicht auf Trends achte und immer mein eigenes Ding mache, kommt diese Haltung auch nicht in Frage. Eigentlich ging es mir darum, mich einfach mal umzustellen, meinen Körper zu entschlacken und letztendlich zu erfahren, wie es sich anfühlt, vegan zu leben.

Gleich beim Start bewegen mich erste Fragen: Bedeutet veganes Kochen mehr Aufwand? Auf welche Produkte muss ich achten, um lebenswichtige Nährstoffe in ausreichender Menge zu mir zu nehmen? Zunächst hatte ich mir das Ganze etwas zu einfach vorgestellt. Man kauft halt eben nur noch pflanzliche Produkte – schließlich kann man sich auch aus Gemüse und Nudeln einen leckeren Auflauf machen. Dieser Vorstellung stehen allerdings, meiner Meinung nach, drei entscheidende Punkte entgegen. Zum einen bedarf es bei vielen veganen Gerichten einer deutlich längeren Zubereitungszeit (Gemüse schälen, schneiden etc.). Diesen Punkt sollte man nicht unterschätzen. Schließlich will man ja auch etwas essen, wenn man Hunger hat und nicht stundenlang in der Küche stehen, bevor man essen kann. Zum anderen gehen einem recht früh die Ideen dafür aus, was man noch alles zubereiten kann. Jeden Tag Reis mit Gemüse wird schnell eintönig. Mit Nudeln ist es das gleiche. Tofu und Konsorten sind auf Dauer auch zu langweilig, um ständig darauf auszuweichen. Außerdem lebt man ja nicht allein von Brot und Wasser. Der dritte Punkt bezieht sich auf die Gesundheit. Welche Produkte esse ich, um meinem Körper wichtige Nahrungsstoffe zuzuführen? Das wichtigste Stichwort ist hier Eiweiß, das sich ja in hoher Konzentration vor allem in tierischen Produkten findet. Schnell muss man sich also informieren, welche wichtigen Stoffe in welchen Nahrungsmitteln stecken. Gerade dieser Aspekt macht für mich die vegane Ernährung zu einer sehr bewussten Ernährung. Hat man sich erst einmal schlau gelesen, so geht die Suche nach guten Rezepten los. Dank des Internets findet man auch hier recht schnell gute Anreize dafür, was als nächstes auf den Teller kommt. Ob es nun Pommes Frites aus Hokkaidokürbisstreifen sind oder Schmelzkäseersatz aus gestampften Mandeln. Hier merkt man allerdings wieder deutlich, dass es in vielen Fällen einer längeren Zubereitungszeit bedarf.

Was bringt es? Solch eine Ernährungsumstellung macht man nicht einfach mal so aus Spaß. Es stellt sich also die Frage, was es einem denn bringt, sich plötzlich mal einen Monat lang vegan zu ernähren. Abseits der schon geklärten Tatsache, dass man sich bewusster ernährt, kommt für mich noch hinzu, dass ich mich in einigen Belangen besser fühle. Der schwere Magen, den man nach einem guten Steak oder nach einem gemütlichen Grillabend hat, bleibt bei veganer Ernährung größtenteils aus.

Überraschend war eine andere Erfahrung: Gerade für mich als Kochmuffel steigerte die Umstellung auch die Lust am Kochen. Ähnlich wie den Highscore bei Tetris zu knacken, war ich unglaublich motiviert, aus Gemüse und ähnlichen Dingen, etwas Leckeres zu zaubern. So wurde schnell der typische Gemüseauflauf durch Linguine mit Auberginen oder Mungobohnenpuffer ersetzt. Zugegeben: die Zubereitungszeit ist noch immer höher als bei „normalen“ Gerichten, aber das muss man wohl so hinnehmen. Vegan ist immer auch Slow – in der Verdauung wie in der Zubereitung. Neugierig war ich auf die Reaktionen meines Umfeldes. Freunde und Bekannte reagierten auf meine vegane Probefahrt zumeist sehr ähnlich. Sprüche von „Bist du jetzt zum Esoteriker geworden?“ oder „Rettest du jetzt auch Tiere aus der Massentierhaltung?“ bis hin zu „Was bist du denn jetzt für ein Weichei?“ waren an der Tagesordnung.

Bei einem Grillabend dann standhaft zu bleiben, ist dementsprechend schwierig. Auf der anderen Seite steigt aber auch das Verständnis für „echte“ Veganer. Ständig müssen Sie sich unreflektierte Kritik anhören oder sich gar rechtfertigen. Mein Selbstversuch hat jedoch dazu geführt, dass mein Verständnis für Veganer gewachsen ist. Man setzt sich automatisch damit auseinander, wie schwierig es eigentlich ist, als Veganer in Restaurants zu essen oder an sommerlichen Grillabenden nicht leer auszugehen. Nach meinem veganen Monat steht fest: Blöde Sprüche werden sich Veganer von mir garantiert auch nie wieder anhören müssen.

Fröhliche Weihnachten: vegane Lebkuchen!

Zutaten für ein Blech:

  • 500 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 250 g Zucker
  • 2 Esslöffel Lebkuchengewürz
  • 4 Esslöffel Back-Kakao
  • 4 Esslöffel Öl
  • 200 ml Sojamilch 


Zubereitung:
Alle Zutaten zu einem dicken Teig kneten (mit den Händen oder Knethaken). Dann auf einer dick mit Mehl bestreuten Fläche ausrollen, am besten zwischendurch einmal wenden, so dass der Teig auf keiner Seite festklebt. Der Teig muss dick bleiben, also nur auf ca. 1 cm Dicke ausrollen. Falls er zu bröselig ist, etwas Sojamilch, falls er zu klebrig ist, etwas Mehl hinzufügen. Anschließend ausstechen oder ausschneiden. Je nach Vorliebe beispielsweise mit Mandeln belegen. Dann 15-20 Minuten backen.

Nach dem Abkühlen die Lebkuchen erneut mit Zuckerguss (am besten farblosem, also aus Puderzucker und etwas Wasser gemixtem Guss), Lebensmittelfarbe, Schokolade (ohne Milch) oder anderem mehr verzieren.



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