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14.11.2016
Von: vc

Aluminium: Glänzendes Leichtmetall – schwere Kost

Aluminium ist nach Eisen das am häufigsten verwendete Metall der Welt. Es bietet viele Vorteile, denn es ist einerseits preiswert, andererseits sehr vielseitig. Aluminium ist leicht, reißfest, formbar und es rostet nicht. Gelangt Aluminium aber in den menschlichen Körper, kann es gesundheitliche Schäden verursachen. Vermehrt gerät das glänzende Leichtmetall in das Kreuzfeuer der Kritik.


Aluminium (Fotos: imagedb.com/shutterstock.com | Somchai Som/shutterstock.com | Sergiy Kuzmin/shutterstock.com)

Aluminium (Fotos: imagedb.com/shutterstock.com | Somchai Som/shutterstock.com | Sergiy Kuzmin/shutterstock.com)

In Tierversuchen konnte bereits nachgewiesen werden, dass Aluminium giftig ist. Es ließen sich damit Schäden am Gehirn und an den Nervenbahnen der Versuchstiere verursachen. Auch konnte man mit hohen Aluminiumdosen Brustkrebs bei Mäusen provozieren. Ob die Ergebnisse der Tierversuche auf den Menschen übertragbar sind, muss noch geprüft werden. Das gilt auch für den Verdacht, dass Aluminium an der Entstehung von Alzheimer beteiligt sein könnte. Einerseits finden sich in den Gehirnen von Alzheimerpatienten offenbar höhere Konzentrationen von Aluminium. Andererseits aber könnten diese Ablagerungen auch die Folge der Alzheimererkrankung sein, bei der sich der Hirnstoffwechsel verändert und Zellen untergehen. In den Studien zur Entstehung von Brustkrebs durch Aluminium scheinen die Tierversuche Hinweise auf eine Ursächlichkeit des Leichtmetalls zu geben – abschließende Belege fehlen jedoch.

Unstrittig ist die giftige Wirkung von Aluminium. Deshalb hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit einen Grenzwert von 1mg pro Kilo Körpergewicht in der Woche empfohlen. Bei 75 Kilo Körpergewicht sind das 75mg Aluminium pro Woche. Aktuellen Studien zufolge nehmen wir aber bereits über die Nahrung mehr Aluminium zu uns, als es die EU-Behörde empfiehlt. Eine Verringerung der Aluminiumaufnahme scheint also angezeigt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt folgende Empfehlung: „Verbraucherinnen und Verbraucher nehmen bereits über Lebensmittel hohe Mengen Aluminium auf, und die wöchentlich tolerierbare Aufnahmemenge ist wahrscheinlich bei einem Teil der Bevölkerung alleine durch Lebensmittel ausgeschöpft. Bei langfristiger Anwendung aluminiumhaltiger kosmetischer Mittel ist die wöchentlich tolerierbare Aufnahmemenge in Einzelfällen dauerhaft überschritten. Die individuelle Aluminiumaufnahme kann prinzipiell reduziert werden. Aluminiumhaltige Antitranspirantien tragen zur Gesamtaufnahme von Aluminium bei. Die Aluminiumaufnahme über Antitranspirantien wird vor allem gesenkt, indem diese nicht unmittelbar nach der Rasur bzw. bei geschädigter Achselhaut auf die Haut aufgebracht werden. Zudem sind Deodorantien ohne Aluminiumsalze im Handel erhältlich. Aus Sicht des BfR ist eine unnötige Aluminiumaufnahme bedingt durch den unsachgemäßen Gebrauch von Alufolie, Alu-Grillschalen oder unbeschichtetem Alu-Geschirr vermeidbar. Mit Blick auf die erhöhte Löslichkeit von Aluminium unter dem Einfluss von Säure und Salz sollten diese Produkte insbesondere nicht mit sauren oder salzhaltigen Lebensmitteln in Kontakt kommen, d.h. Alufolie sollte nicht für das Einwickeln von sauren oder salzigen Lebensmitteln verwendet werden. Dazu gehören beispielsweise auch aufgeschnittene Äpfel, Tomaten, Rhabarber oder Salzhering.“

Wo findet sich am meisten Aluminium? Natürlich in Lebensmittelverpackungen: Schalen, Dosen, Kapseln, Tuben, Grillschalen und in Aluminiumfolie. Doch nicht jede Verpackung birgt ein Risiko. Viele Verpackungen sind dann unbedenklich, wenn das Aluminium durch eine Beschichtung versiegelt ist – wie beispielsweise bei den Deckeln der Yoghurtbecher, die wir so gerne ablecken. Anders bei Aluminiumfolie. Sie ist in der Regel unbeschichtet. Kommt sie mit salzigen oder sauren Speisen in Berührung, löst sich Aluminium aus der Folie und kann in die Speisen übergehen. Nicht umsonst weisen die Hersteller der Folie mit einem Hinweis auf der Verpackung auf das Risiko hin. Auch Alukochgeschirr und Backbleche aus Aluminium stehen in der Kritik. Durch die Erwärmung und die mechanischen Belastungen lösen sich hier besonders große Mengen an Aluminium-Ionen, die dann in die Speisen übergehen können.

Niemand kann dem Metall gänzlich entgehen. Es ist bereits im Boden enthalten und gelangt über Früchte und Gemüse in unsere Nahrung. Auch im Trinkwasser ist Aluminium zu finden. Einige Lebensmittel enthalten oftmals besonders viel Aluminium. Zu ihnen gehören viele Kräuter, aber auch Feldsalat, Spinat, Pilze, Ruccola, Nordseekrabben, Thunfisch, asiatische Nudeln. Bedenklich sind auch jene Lebensmittel, denen Aluminium zugesetzt wurde. Zumeist findet sich das Aluminium in Lebensmittelfarbe, aber auch beispielsweise in Backtriebmittel. Eine einseitige Ernährung, in der aluminiumreiche Lebensmittel verwendet werden, ist nicht ratsam. Abwechslung ist hier der beste Schutz vor zu hohen Aluminiumdosen.

99% des aufgenommenen Aluminiums wird über die Nieren ausgeschieden. Menschen mit Nierenfunktionsstörungen tragen daher ein größeres Risiko der Aluminiumanreicherung in ihrem Körper. Ebenso Kinder, deren Nierensystem noch nicht so effektiv funktioniert wie das der Erwachsenen – für Kinder sollte eine deutlich niedrigere Höchstgrenze gelten.

Ein Vortrag von Prof. Dr. Bernd Schäfer (BfR) zum Thema Aluminium und dem aktuellen Kenntnisstand:
www.bfr.bund.de/cm/343/aluminium-im-alltag-ein-gesundheitliches-risiko.pdf



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