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// Wirtschaft
15.02.2011

Bootsmesse & Weltrekord – Bremerhaven feiert die Kaiserschleuse

In ihren frühen Jahren war sie die größte auf dem Globus. Sie war auch die erste, deren Tor in eine Kammer gefahren werden konnte. Im Laufe der Zeit begleitete sie Bremerhavens Weg zum Welthafen. Doch als immer längere und breitere Schiffe das Bild bestimmten, hatte die traditionsreiche Kaiserschleuse ausgedient – zu kurz und schmal für die dicken Pötte, die Autos und andere Fahrzeuge heute über die Meere schippern. Deshalb erhielt die Hafengesellschaft bremenports vom Senat vor einigen Jahren den Auftrag, einen Neubau zu planen. Vom 29. April bis zum 1. Mai 2011 wird das Großprojekt mit der offiziellen Einweihung abgeschlossen. Das Motto der Veranstaltung: „Bremerhaven feiert seine neue Schleuse“.


Bremerhaven feiert die Kaiserschleuse (Foto: PR / LAUFPASS)

Bremerhaven feiert die Kaiserschleuse (Foto: PR / LAUFPASS)

Bremerhaven feiert die Kaiserschleuse (Foto: PR / LAUFPASS)

Bremerhaven feiert die Kaiserschleuse (Foto: PR / LAUFPASS)

Bei der mehrtägigen Feier will man der Bevölkerung eine Menge bieten. Im Mittelpunkt steht ein spektakulärer maritimer Weltrekordversuch: Auf der Weser soll sich am 30. April eine etwa vier Kilometer lange Sportboot-Parade formieren. Die Boote werden in langer Reihe am Weserdeich vorbeifahren und durch die Kaiserschleuse in den Neuen Hafen geführt. Dort können die Sport- und Freizeitboote dann entweder festmachen oder durch die Schleuse Neuer Hafen sofort wieder auslaufen. „Das wird eine kleine Sail“, freut sich bremenports-Geschäftsführer Dr. Stefan Woltering. Er hofft auf mindestens 300 teilnehmende Boote: „Mit der Parade wollen wir ein Zeichen setzen – für den Hafen, den Tourismus-Standort Bremerhaven und den Wassersport in unserer Stadt.“

Der Weltrekordversuch steht unter dem Motto „Bootschafter für Bremerhaven“. Die Agentur, mit der bremenports bei der Vorbereitung zusammenarbeitet, hat die Parade in London für das Guinness-Buch der Rekorde angemeldet. Woltering setzt auf eine überwältigende Beteiligung der Freizeitkapitäne aus den örtlichen Vereinen. „Es liegen aber auch schon diverse Anmeldungen aus Bremen und anderen Orten vor. Für die Skipper hat die Veranstaltung einen besonderen Reiz – denn sie dürfen nur an diesem Tag in die neue Schleuse einlaufen.“ Wichtig für alle Freizeitkapitäne: Die Paradegeschwindigkeit wird bei etwa drei Knoten über Grund liegen, und die Boote müssen über eine Mindestgeschwindigkeit von sechs Knoten verfügen. Während der Parade wird das Fahrwasser der Weser zwischen dem südlichen Teil des Aufstellungsbereichs (Tonne 64) und der Einfahrt zur Kaiserschleuse halbseitig gesperrt.

An der Kaiserschleuse wartet nachmittags dann ein buntes Musikprogramm mit Musical-Melodien und maritimen Songs auf die Besatzungen der Boote – und auf Tausende Besucher, die sich das Ereignis nicht entgehen lassen werden. Als Solisten treten die US-Sopranistin Maija Lisa Currie und ihr Landsmann Laurent Martin (Tenor) auf. Hunderte von Chorsängerinnen und -sängern aus der Region werden an der Schleuse für einen stimmungsvollen Background sorgen. Der Lohmanndeich und die Kajen am Neuen Hafen werden in den Veranstaltungstrubel einbezogen.

Die alte Kaiserschleuse machte nicht nur von sich reden, weil sie die größte ihrer Zeit war. Sie galt auch als überzeugendes Beispiel deutscher Ingenieurkunst. Das Außenhaupt wurde mit zwei Stemmtorpaaren ausgerüstet – eine Konstruktion, die sich bis zum Schluss bewährte. Und am Binnenhaupt installierten die Techniker ein etwa 500 Tonnen schweres Schiebetor. Es war das erste, das weltweit zum Einsatz kam. Mehr als ein Jahrhundert lang hat Bremerhavens historische Kaiserschleuse zuverlässig ihre Aufgabe erfüllt. Doch dann waren ihre Tage gezählt, weil die Größenentwicklung in der Seeschifffahrt einen Neubau erforderlich machte. Während die Anfang der 30er-Jahre in Betrieb genommene Nordschleuse die Anforderungen der maritimen Wirtschaft bis heute erfüllt, konnte die alte Kaiserschleuse nur von bis zu 185 Meter langen und bis zu 25 Meter breiten Schiffen passiert werden. Die Schleuse wurde zum Nadelöhr – da war kein Durchkommen für die bis zu 240 Meter langen Auto-Carrier, die ihre Fracht an den Kajen des Überseehafens laden und löschen. Ihnen blieb nur der Weg über die Nordschleuse.

Planungssicherheit für viele Jahre
„Ein Welthafen wie Bremerhaven braucht zwei ausreichend dimensionierte Seeschleusen“, sagt bremenports-Geschäftsführer Dr. Stefan Woltering. „Fällt die eine aus technischen Gründen oder nach einer Havarie aus, steht die andere bereit – das erhöht die Planungssicherheit, auf die unsere Hafenwirtschaft und ihre Kunden aus aller Welt unbedingt angewiesen sind.“ So sah es auch der Senat der Freien Hansestadt Bremen, als er im Juli 2005 die Entscheidung für den Schleusenneubau traf. Die Hafengesellschaft bremenports kümmerte sich um Planung, Genehmigung und Ausschreibung. 2007 begannen die Arbeiten für das 233-Millionen-Euro-Projekt.

Die neue Kammer ist 305 Meter breit, also rund 80 Meter länger als die alte. Die Durchfahrtsbreite wird fast verdoppelt und beträgt jetzt stolze 55 Meter. Die großzügigen Abmessungen sollen dafür sorgen, dass Bremerhavens Zukunft als international führende Auto-Drehscheibe für Jahrzehnte gesichert bleibt. Im Laufe der Jahre haben die Arbeiter der Baufirmen 455.000 Kubikmeter Boden ausgehoben sowie 52.000 Kubikmeter Beton bzw. Unterwasserbeton verarbeitet. Außerdem mussten fast 40.000 Tonnen Stahl (Spundwand und Pfähle) in den Baugrund getrieben werden. Der Vorhafen der Schleuse wurde erweitert, die Ostmole Richtung Süden verlängert. In der Nähe ist ein kleiner Schlepperhafen entstanden. Er bietet zehn Schiffen Platz.


„imWASSER Bootschau“
Neue Open-Air-Messe für Freizeitskipper

Schiffe gucken, Probe fahren und sofort kaufen. So einfach kann man in Bremerhaven stolzer Eigner einer Segel- oder Motoryacht werden. Wenn vom 29. April bis 1. Mai hunderte Boote die Eröffnung der neuen Kaiserschleuse mit zu einem einmaligen maritimen Schauspiel machen, erfindet Bremerhaven nur einige hundert Meter weiter im Neuen Hafen eine ganz neue Form von Yachtausstellung: Die „imWasser Bootschau“.

An Land und zu Wasser stellen private und kommerzielle Bootsverkäufer die motorisierten Schmuckstücke und getakelten Yachten vor. Neue und gebrauchte Segel können erstanden werden, und im Pagodendorf gibt es weiteres Zubehör für Boote. Ob für Yachtbesitzer, Skipper, Sportbootleiher oder einfach für begeisterte Fans von allem was maritim ist, im Herzen der Havenwelten dreht sich alles um die Nähe zum Meer. 300 Boote aus den Revieren der Nord- und Ostsee werden zur Auftaktveranstaltung erwartet, alles potentielle Kunden der „imWasser Bootschau“, die im Festzelt gleich auch noch maritim stilecht in den Mai tanzen können. Der Sonntag selbst lockt mit Jazzfrühschoppen und einem Bootsjumbel: Wer gebrauchtes maritimes Zubehör verkaufen möchte, lädt das einfach in den Kofferraum und verkauft es direkt am Parkplatz auf dem Ausstellungsgelände. Die maritime Sammlerszene kommt derweil beim maritimen Antiquitätenmarkt im Festzelt auf ihre Kosten.

Die „imWasser Bootschau“ ist eine Kooperation mit der Boatfit in Bremen. Beide Veranstaltungen ergänzen sich optimal: Auf der vom 25. – 27. Februar 2011 in Bremen stattfindenden Messe wird es einen großen Gemeinschaftsstand mit der Bremerhaven Touristik, dem Deutschen Schiffahrtsmuseum, der Schiffergilde Bremerhaven, der Schiffahrts-Compagnie und der im-jaich Marina Bremerhaven geben. Ein Standbereich ist dann Ende Februar schon für die Aushänge der Bootsverkäufer reserviert. Interessenten bekommen hier die Möglichkeit, sich mit den Bootsanbietern zu treffen und den Termin für die Probefahrt auf der „imWasser Bootschau“ abzusprechen.


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