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15.02.2011
Von: cj

Freiwillige vor!
Agentur in Bremerhaven eröffnet

Rechtzeitig zum europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit, die von der Europäischen Kommission beschlossen wurde, wird die Freiwilligenagentur Bremerhaven ins Leben gerufen.


Freiwillige vor! Agentur in Bremerhaven eröffnet

Freiwillige vor! Agentur in Bremerhaven eröffnet (Foto:PR / LAUFPASS)

Freiwilligentätigkeit ist gelebte Bürgerbeteiligung, die gemeinsame europäische Werte wie Solidarität und sozialen Zusammenhalt stärkt. Freiwilliges Engagement bietet auch die Chance, etwas hinzuzulernen, denn im Rahmen der ausgeübten Tätigkeiten können neue Fähigkeiten und Kompetenzen erworben und damit sogar die Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt verbessert werden. Dies ist angesichts der derzeitigen Wirtschaftskrise besonders wichtig. Freiwilliges Engagement spielt in so unterschiedlichen Bereichen wie Bildung, Jugend, Kultur, Sport, Umwelt, Gesundheit, Sozialwesen, Verbraucherschutz, humanitäre Hilfe, Entwicklungspolitik, Forschung, Chancengleichheit und Außenbeziehungen eine maßgebliche Rolle.

In der Europäischen Union sind Millionen von Bürgern ehrenamtlich tätig. Menschen aller Altersschichten leisten einen positiven Beitrag für die Gemeinschaft, indem sie einen Teil ihrer Freizeit in Organisationen der Zivilgesellschaft, in Jugendclubs, in Krankenhäusern, Schulen, Sportvereinen investieren. Ein Beispiel für eine hohe ehrenamtliche Beteiligung der Bevölkerung sind die USA, dort gehört ein Freiwilligenamt für nahezu jeden Bürger zum sozialen Image. Bei uns hat es oft noch den Geruch von Verstaubtheit – ihm fehlt die Frische und Selbstverständlichkeit. In Deutschland sind 23 Millionen Menschen über 14 Jahren ehrenamtlich in Vereinen, Verbänden, Initiativen oder Kirchen tätig, wie viel es in Bremerhaven sind, lässt sich zur Zeit zahlenmäßig noch nicht belegen.

Anlässlich eines Bürgerforums zur Frage „Was kann in Bremerhaven verbessert werden?“, wurde eine feste Anlaufstelle für Menschen, die sich bürgerschaftlich einbringen wollen, gefordert. Es wurde beschlossene Sache, eine solche kommunale Anlaufstelle unter dem Dach des Sozialreferenten einzurichten, es ist ein Projekt des Magistrats der Stadt Bremerhaven. Natürlich ging es zunächst um die Finanzierung, die jetzt für die kommenden drei Jahre gesichert ist. Die Freiwilligenagentur Bremerhaven wird zu jeweils etwa 1/3 getragen vom ESF (Europäischer Sozialfond), dem ARGE-Jobcenter Bremerhaven und vom Magistrat. Das nötige Know-how holte man sich bei benachbarten kommunalen Einrichtungen. Besonders hervorgehoben wird die Allparteilichkeit der Bremerhavener Freiwilligenagentur, die sich als Fürsprecher und Serviceleister für sämtliche Fragen des bürgerschaftlichen Engagements sieht.

Ziel der sich als Serviceunternehmen einschätzenden Einrichtung ist einerseits, durch eine Vernetzung der hilfesuchenden Verbände, Organisationen, Selbsthilfegruppen und denjenigen, die an einer Freiwilligentätigkeit interessiert sind, miteinander in Verbindung zu bringen; andererseits übernimmt sie für die diversen Einrichtungen beratende Funktionen, leistet Hilfestellung. So werden beispielsweise Beratungen durchgeführt, wenn es um Versicherungsfragen der Ehrenamtlichen geht, die Organisationen für sich tätig werden lassen. Oder die Frage ist zu klären, ob beim Einsatz in sensiblen Bereichen, wie beispielsweise Hausbesuche bei älteren Personen oder auch beim Umgang mit Kindern, ein polizeiliches Führungszeugnis erforderlich wird. Man hilft hier auch bei der Antragstellung anlässlich von Projektausschreibungen des Bundes, für die eine Förderung möglich ist. Größere Organisationen bedienen sich dieser Möglichkeiten schon lange, die kleinen jedoch wissen oft nicht, dass es sie gibt und wenn doch, benötigen sie Unterstützung bei der Beantragung.

Als Beispiel mag das von der EU ausgerufene europaweit zu begehende „Fest der Nachbarn“ gelten, anlässlich dessen Aktivitäten auf Nachbarschaftsebene geplant sind. Der Europäische Nachbarschaftstag ist eine Initiative, die den Zusammenhalt und das Miteinander in den Städten fördern soll. Das Prinzip ist einfach: Mit nachbarschaftlichen Festen und Mitmachaktionen werden Kontakte gepflegt und neue geknüpft. Darüber unterrichtet die Freiwilligenagentur die jeweiligen Organisationen in den Stadtteilkonferenzen, die vor Ort aktiv sind. Denn sicherlich wird nicht vorgeschrieben, ob etwas zu tun ist, sondern lediglich auf Möglichkeiten hingewiesen, für ein solches Nachbarschaftsfest, für das ein bestimmtes Datum vorgeschrieben ist, auch Zuschüsse zu erhalten, die dann gegebenenfalls mit Hilfe der Agentur beantragt werden.

Wichtig ist der Freiwilligenagentur vor allem auch, die Ressourcen aktiver Ruheständler, die nach einer sinnvollen Beschäftigung suchen, gesellschaftlich zu nutzen. Diese Menschen bringen oft große Fachkenntniss mit, die sie gern einbringen wollen, nur wissen sie nicht wo. Bislang kontaktierten sie diese oder jene Organisation, die ihnen irgendwie bekannt war, stellten nach einer Weile fest, dass ihnen das angebotene Betätigungsfeld nicht zusagte und kehrten daraufhin jedweder Ehrenamtstätigkeit frustriert den Rücken. Um das zu verhindern und das bürgerschaftliche Engagement aufzuwerten, werden jetzt gezielt Betätigungsfeld-Profile der suchenden Einrichtungen erstellt, ebenso solche der Ehrenamtsbereiten. In diesen Profilen wird genau umrissen, was jeweils gesucht und was gern eingebracht werden möchte.

Um vermehrt junge, qualifizierte Menschen zu einer Freiwilligentätigkeit zu motivieren, wendet man sich jetzt auch an die Fachhochschule. Dies ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, denn einerseits erfahren die Organisationen qualifiziert Unterstützung, andererseits bietet sich den Studenten die Möglichkeit, an Projekten mitzuarbeiten, damit einen Leistungsnachweis zu erbringen oder vielleicht ihre Hausarbeit darüber zu schreiben.

Natürlich schwingt bei jedem bürgerschaftlichen Engagement das Misstrauen mit, Arbeitsplätze würden dadurch verlorengehen. Um das zu verhindern, will die Freiwilligenagentur bei einer Vermittlung darauf ganz besonders achten. So muss sich jede Einrichtung schriftlich verpflichten, dass dies nicht der Fall ist.

Parallel zur Freiwilligenagentur Bremerhaven gibts noch die Ehrenamtsagentur Bremerhaven der Weitblick GmbH. Sie finanziert sich bis Ende 2011 noch aus dem Bundesprogramm für das Mehrgenerationenhaus, ansonsten durch Spenden. Sie arbeitet zurzeit zusammen mit den Kooperationspartner Solidar e.V., dem Kinderschutzbund und dem Kinderhospiz Cuxhaven und stellt ebenfalls eine Liste gemeinnütziger Einrichtungen, Selbsthilfegruppen und sonstiger privater Initiativen zusammen. Auch hier kann man sich um ein Ehrenamt bewerben, wird fachmännisch beraten. Beide Agenturen planen einen Ehrenamtstag, den die Ehrenamtsagentur bereits fest für Mai 2011 geplant und vorbereitet hat. Auch die Freiwilligenagentur will sich noch in diesem Jahr öffentlich vorstellen, als Zeitpunkt ist Oktober angedacht. Man kann sich aber sehr gut auch eine gemeinsame Aktion mit der Ehrenamtsagentur vorstellen, denn beide Agenturen sind an einer Kooperation interessiert und sehen sich nicht als Konkurrenten.

Wengleich noch im Aufbau, ist die Freiwilligenagentur täglich von 8 bis 17 Uhr besetzt. Sie befindet sich zurzeit noch im Stadthaus I. Telefon 0471-5902903, bis dringend gesuchte Räumlichkeiten im Stadtzentrum gefunden wurden.

E-Mail bitte an: freiwilligenagentur(at)magistrat.bremerhaven.de


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