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// Gesellschaft
08.05.2017

Schlüssel zur Integration

Weit über eine Million Menschen sind seit 2015 nach Deutschland geflüchtet, weil sie in ihrer Heimat nicht mehr sicher waren. Sie gaben ihr bisheriges Leben auf und kamen in ein Land, das sie nicht kennen. Sie sprechen die Sprache nicht, kennen die Kultur nicht und haben oft ihr gesamtes Erspartes für die Flucht ausgegeben. Viele von ihnen sind zu einem Leben am Existenzminimum gezwungen und auf Unterstützung angewiesen. Die Integration und das soziale Leben fallen diesen Menschen denkbar schwer. Um auch Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in Deutschland zu ermöglichen, setzt sich die Arbeiterwohlfahrt (AWO) für sie ein.


Schlüssel zur Integration

Schlüssel zur Integration (Foto: Markus Mainka/shutterstock.com)

Mit zahlreichen Beratungs- und Hilfsangeboten zur Bewältigung des Alltags im neuen Lebensumfeld leistet die AWO Bremerhaven vor Ort einen wichtigen Beitrag für eine wirksame Integration. Zur speziellen Förderung der mit ihren Familien nach Bremerhaven ausgewanderten oder geflüchteten Kinder und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter in den Jahrgangsstufen 1 bis 10 bietet die AWO in Kooperation mit dem Schulamt der Stadt Bremerhaven Willkommenskurse an. Dort werden die Heranwachsenden unter anderem an Schulregeln herangeführt und treten in Erstkontakt mit der deutschen Sprache. Derzeit finden in Bremerhaven 20 Willkommenskurse an unterschiedlichen Orten statt.

Damit Migranten eine bessere Chance haben, beruflich Fuß zu fassen, gibt es im Familienzentrum Louise-Schroeder-Straße einen Kurs zur Berufsorientierung. Wöchentlich treffen sich die Teilnehmer in Leherheide und erfahren innerhalb von drei Stunden Wissenswertes darüber, wie sie im Dschungel der über 400 Ausbildungsberufe in Deutschland den Überblick bewahren und den richtigen Berufsweg für sich finden können. Da sich ein Großteil der Kommunikation – auch Bewerbungsverfahren – heute im Internet abspielt und fast keine Branche mehr ohne Computer auskommt, sollen zusätzliche EDV-Kurse den Einstieg ins Berufsleben erleichtern. In 20 Stunden lernen die Teilnehmer dort Grundsätzliches über den Umgang mit PCs.

Für die Verwirklichung ihrer Ziele ist die AWO ständig auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern. Vor fünf Jahren wurde mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein Patenschaftsprogramm ins Leben gerufen. Durch die Hilfe verantwortungsbewusster Menschen soll den Flüchtlingen das Leben in Deutschland erleichtert werden. Unter Patenschaft versteht die AWO, dass beide Seiten einen intensiven Austausch pflegen – sei es über Arbeit, Wohnen, Gesundheit, Kultur, Freizeit, Sprache oder Sport. Über einen Zeitraum von sechs bis acht Monaten treffen sich die Paten wöchentlich für einige Stunden mit geflüchteten Menschen und tauschen sich aus. Bundesweit koordiniert die AWO rund 3.600 Patenschaften an über 50 Standorten.

Seit mittlerweile über 97 Jahren setzt sich die Arbeiterwohlfahrt für sozial schwache Menschen ein und wirkt bei der Bewältigung sozialer Probleme und Aufgaben mit. Der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt bezeichnete die Organisation als „Anwalt für die Benachteiligten in unserer Gesellschaft“. An diesem Verständnis hat sich bis heute nichts geändert, denn hilfsbedürftige Menschen gibt es überall – auch in Bremerhaven.

WWW.AWO-BREMERHAVEN.DE



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