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// Gesellschaft
15.08.2011
Von: ls

Studieren, wo der Pfeffer wächst!? Hochschule Bremerhaven

36 Jahre hat die Bremerhavener Hochschule auf dem Buckel. 36 Jahre, das ist für eine Hochschule noch kein Alter und trotzdem kann sie bereits auf eine beachtliche Erfolgsgeschichte zurückblicken. Allerdings musste die Hochschule Bremerhaven in der Vergangenheit und auch gegenwärtig häufig mit Problemen kämpfen, wobei ihr Standort in der Stadt Bremerhaven dabei nicht unproblematisch war. Dennoch wurde beständig am Erhalt und Ausbau der Hochschule gearbeitet, mit einem kontinuierlichen Ausbau der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, sodass seit Jahren ein konstanter Anstieg an Bewerbern verzeichnet und damit auch die Bildungssituation in Bremerhaven verbessert werden konnte.


Am 1. September im Jahre 1975 offiziell als Hochschule Bremerhaven aus den beiden bereits bestehenden Abteilungen vor Ort, der Hochschule für Nautik und der Hochschule für Technik Bremen, gegründet, nahm sie zum Wintersemester 1975/76 ihren Betrieb mit lediglich zwei Studiengängen, Nautik und Schiffsbetriebstechnik, auf. In diesen Bereichen konnte Bremerhaven bereits auf knapp 100 Jahre Erfahrung bauen, da seit der Gründung der Navigationsschule Geestemünde im Jahre 1879, Nautiker vor Ort ausgebildet wurden. Mit dem Städtischen Technikum kam ab 1884 der Ausbildungsort für Seemaschinisten hinzu. So konnte die Hochschule direkt zu Beginn auf hochqualifiziertes Fachwissen und Fachkompetenz aus erster Hand zählen. Jedoch befand sich die deutsche Seeschifffahrt zum Gründungszeitpunkt in einer Krise, sodass schnell der Entschluss zur Aufnahme zwei weiterer Studiengänge gefasst wurde. Die Hochschule entwickelte aus ihren beiden bestehenden Studiengängen zwei neue, den der Betriebs- und Versorgungstechnik und den zu der Zeit bundesweit einmaligen Studiengang Transportwesen. Auf diese Weise schaffte es die Hochschule binnen kürzester Zeit, aus einem möglicherweise schwerwiegenden Problem für ihre Existenz, ihre Vorteile zu ziehen und die Attraktivität zusätzlich zu steigern. Man konnte Interessierten zwar lediglich ein kleines, aber dennoch enorm attraktives Studienangebot bieten.

Einige Jahre später wurde der Gründungsstudiengang Nautik nach Bremen verlegt, im Gegenzug führte man die Studiengänge Systemanalyse und Lebensmitteltechnologie ein. Da Letzterer speziell auf die Lebensmittelindustrie zugeschnitten wurde, konnten hiesige Unternehmen schnell davon profitieren, da Fachleute nun direkt vor Ort ausgebildet wurden.

Mittlerweile sind aus den ursprünglich vier Studiengängen 28 geworden und die Zahl der Studenten ist stetig gestiegen. Derzeit sind es knapp 3.000, die den Campus bevölkern, damit liegt ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung Bremerhavens bei 2%. Blickt man da auf Städte, wie Münster oder Gießen, mit einem Studentenanteil von 17,4%, beziehungsweise 44,5% an der jeweiligen Gesamtbevölkerung, kann man bezüglich Bremerhaven nicht unbedingt von einer Studentenstadt sprechen. Da stellt sich offensichtlich die Frage nach den Gründen, wenn man an die zuvor positiv erwähnten Eigenschaften der Hochschule Bremerhaven denkt.

Zunächst muss man bedenken, dass sowohl Münster, als auch Gießen deutlich ältere Universitäten, bzw. Hochschulen beherbergen. Vor wenigen Jahren feierte die Justus-Liebig-Universität Gießen ihr 400-jähriges Jubiläum und auch die Geschichte der Universität Münster reicht bis ins späte 16. Jahrhundert, somit können beide Städte eine deutlich größere Tradition hinsichtlich des Studentenlebens vorweisen. Allerdings ist die Geschichte nicht der alleinige Grund dafür, dass Bremerhaven nicht als Studentenstadt angesehen wird.

Bei vielen Studenten steht bei der Wahl ihres zukünftigen Studienstandorts auch Bremerhaven auf der Liste, da die Hochschule neben bundesweit einmaligen Studiengängen, wie beispielsweise dem international ausgerichteten Process Engineering and Energy Technology, kurz PEET, auch über eine erstklassige Ausstattung und erstklassige fachlich sehr kompetente Ansprechpartner verfügt. Trotzdem wird dieses positive Bild häufig durch vorherrschende Vorurteile und negative Schlagzeilen getrübt.

Bremerhaven zählt bekanntlich leider nicht zu Deutschlands führenden Bildungsstandorten, was die Ergebnisse des allseits bekannten PISA-Tests und die hohe vorherrschende Arbeitslosigkeit leider nur noch verdeutlichen. Mit einer Arbeitslosenquote von 16,4% liegt unsere Seestadt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 6,9% (Stand Juni 2011) und mit einem 16. und damit letzten Platz beim PISA-Test im Jahre 2009, liegt Bremerhaven Bildungstechnisch gesehen im Bundesvergleich leider sehr weit hinten. So kann man die Skepsis zukünftiger Studenten gegenüber Bremerhaven als Studien- und damit Bildungsstandort gut nachvollziehen. Dennoch konnte die Hochschule in diesem Jahr zum fünften Mal in Folge einen neuen Bewerberrekord erzielen. Trotz ihres Standortes kann sie nämlich mit einer hervorragenden Ausstattung, kompetenten Ansprechpartnern, kleinen Lerngruppen und damit verbunden einer sehr guten Lernqualität punkten.

Zusätzlich besteht mit über 50 Kooperationen eine sehr enge Verbindung zur Wirtschaft. Dadurch, dass viele der angebotenen Studiengänge der regionalen Wirtschaft entsprechen, trägt die Hochschule deutlich zur Unterstützung und Verbesserung dieser bei. Mit dem Studiengang Windenergietechnik beispielsweise, kommen potentiell sehr gut ausgebildete zukünftige Arbeitskräfte in die Region, die in der zukunftssicheren Branche der erneuerbaren Energien direkt vor Ort Chancen auf einen Arbeitsplatz haben. Die Windenergiebranche gehört gerade im Zuge der geplanten Energiewende zu den derzeit am stärksten boomenden. Dies ist auch hier in Bremerhaven deutlich spürbar, denn die direkte Lage am Meer macht unsere Seestadt besonders für sog. Offshore-Projekte attraktiv. So hat sich unter anderem die französische Windenergiefirma Areva Wind GmbH, die sich auf solche Projekte spezialisiert hat, hier angesiedelt.

Es lässt sich also feststellen, dass Bremerhaven als Bildungsstandort noch in der Entwicklungsphase steckt, allerdings mit deutlichem Trend in eine positive Richtung. Dazu trägt vor allem auch die Hochschule bei, die durch ihre hohe Qualität überzeugt. Dadurch, dass sie vergleichsweise klein und überschaubar ist, bietet sie den Studenten die Möglichkeit, eine mittlerweile seltene, beinah familiäre Atmosphäre zu erleben, in der ganz gezielt und direkt auf ihre Fragen und Probleme eingegangen und geantwortet werden kann, sodass sich die Möglichkeit eines sehr konzentrierten und schnellen Lernens eröffnet.

Die Grundlage für eine positive Entwicklung hinsichtlich des Studentenlebens ist geschaffen, die Hochschule bietet ein ausgezeichnetes Bildungsangebot. Durch die weitere enge Zusammenarbeit mit der hiesigen Wirtschaft, und die damit verbundene positive Entwicklung der Region wird langfristig gesehen eine deutliche Veränderung und Verbesserung der Lage spürbar werden. Lisa Strelow

www.hs-bremerhaven.de


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