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// Gesellschaft
14.02.2019
Von: bg

Führ' mich zum Schotter – Crowdfunding für eine bessere Welt

Die eigene Kleiderkollektion, ein Atelier, ein Restaurant oder die Aufnahme des eigenen Albums. Zum Verwirklichen dieser Träume fehlt es oft weder an Energie noch an Kreativität, sondern meist an finanziellen Mitteln. Mithilfe der Crowdfunding Plattform Startnext konnten bisher 6.773 Projekte finanziert und somit realisiert werden. Darunter viele Projekte aus dem sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereich. Der Clou dabei: Die finanziellen Mittel werden von Privatpersonen bereitgestellt, die an die Relevanz und den gesellschaftlichen Einfl uss der Projekte glauben.


Schotterweg (Foto: Roman Samborskyi/shutterstock.com | Illustration: Pand P Studio/shutterstock.com)

Schotterweg (Foto: Roman Samborskyi/shutterstock.com | Illustration: Pand P Studio/shutterstock.com)

Die eigene Kleiderkollektion, ein Atelier, ein Restaurant oder die Aufnahme des eigenen Albums. Zum Verwirklichen dieser Träume fehlt es oft weder an Energie noch an Kreativität, sondern meist an finanziellen Mitteln. Mithilfe der Crowdfunding Plattform Startnext konnten bisher 6.773 Projekte finanziert und somit realisiert werden. Darunter viele Projekte aus dem sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereich. Der Clou dabei: Die finanziellen Mittel werden von Privatpersonen bereitgestellt, die an die Relevanz und den gesellschaftlichen Einfl uss der Projekte glauben.

Viele idealistisch aufgeladene Projektideen finden sich auf der Homepage von Startnext. Beispielsweise das sehr erfolgreiche „Original Unverpackt“ – ein Laden aus Berlin, der gänzlich auf Verpackungen verzichtet und seine Waren unverpackt verkauft. Kein bloßer Trend, sondern auch ein Signal an große Supermarktketten. So hat erst kürzlich das E-Center Roter Sand in Bremerhaven damit begonnen, an der Fleisch- und Käsetheke auf Verpackungen zu verzichten und gibt Kunden die Möglichkeit, die Einkäufe in eigens mitgebrachten Behältern mit nach Hause zu nehmen, was zur Reduzierung von Plastikmüll führt. Ein Umschwung, der schon lange überfällig ist, wenn man sich aktuelle Studien zur Belastung der Meere durch Mikro-Plastik vor Augen hält.

Ein weiteres Projekt, das auf Startnext zu finden ist, beschäftigt sich mit genau dieser Problematik. Das Pacific Garbage Screening (PGS) ist eine schwimmende Plattform, die Plastikpartikel aus dem Meer fi ltert. Das Besondere: Der Plastikmüll soll nicht einfach verbrannt, sondern vergast werden. Der dadurch gewonnene Wasserstoff soll als Energieträger für Brennstoffzellen dienen, die den Betrieb der Anlage gewährleisten. Das PGS ist das mittlerweile erfolgreichste Projekt auf Startnext und die Realisierung wurde mit sage und schreibe 231.205 € von der Crowd fi nanziert. Aber nicht nur umweltrelevante Themen werden behandelt, auch soziales Engagement steht hoch im Kurs beim Crowdfunding, wie das mit 88.106 € fi nanzierte Projekt „Ein Skatepark für Syrien“ beweist. Ziel ist es, in Kooperation mit den SOS-Kinderdörfern und skate-aid, den syrischen Kindern in Damaskus ein wenig Lebensqualität wiederzugeben – und dabei die sinn- und identitätsstiftende pädagogische Kraft des Skateboardens und des Sports im Allgemeinen zu nutzen.

Um den Erfolg solcher Projekte zu gewährleisten, ist das Sichtbarmachen essentiell. Crowdfunding bietet die ideale Plattform um eine breite Öffentlichkeit rund um die Projektideen zu generieren und Reichweite zu schaffen. Es ist wie eine Art Volksentscheid für Dinge, die den Menschen wichtig sind, an deren Umsetzung die Politik, mit ihren doch sehr langsam mahlenden Mühlen, nur allzu oft scheitert. Auch wenn Crowdfunding nicht das Allheilmittel gegen alles Schlechte auf der Welt ist, kann ein wenig Idealismus für die gute Sache – und ein wenig Schotter – sicher nicht schaden.

Seit 2015 gibt es einen Bremer Ableger von Startnext: den Schotterweg. Unterstützt von der Wirtschaftsförderung Bremen GmbH (WFB) und der Bremer Aufbau-Bank GmbH (BAB), werden hier lokale Projekte für Bremen und Bremerhaven gefördert. Und das mit Erfolg: In den drei Jahren seit dem Start der Plattform wurden 151 Projekte mit 633.253 € unterstützt. Speziell für Bremerhaven wurden so nachhaltige Projektideen verwirklicht, wie das Findus – Die gute Stube für Esskultur. Hier kann man sich in gemütlicher Atmosphäre selbstgemachte Speisen schmecken lassen, vegetarisch und aus nachhaltigem Anbau aus der Region.

WIE STARTET MAN NUN SO EIN PROJEKT?
Zunächst meldet man sich auf der Crowdfunding Plattform an. Danach legt man einen Zeitraum und die Summe an Geld die man für sein Projekt benötigt fest. Um mit möglichen Unterstützern in Kontakt zu treten, dreht man ein dreiminütiges Pitch-Video, in dem man sich und seine Idee vorstellt. Wichtig ist, dass man alles kurz und knackig zusammenfasst, damit es leicht verständlich ist und ohne Umstände weiterkommuniziert werden kann, um möglichst viele potentielle Unterstützer auf das Projekt aufmerksam zu machen. Crowdfunding bietet den Menschen, die eine Projektidee realisieren wollen, auch Sicherheit. Denn der vermeintliche Erfolg eines Projektes kann mithilfe der Resonanz aus der Crowd bereits erprobt werden und zeigt, ob es überhaupt an dem Produkt interessierte Konsumenten gibt – eine Art Testlauf sozusagen. Zusätzlich muss man sich die sogenannten „Dankeschöns“ ausdenken. Das können kleine aber auch große Geschenke sein. Wer beispielsweise 40 Euro beim Findus gespendet hat, hat eine eigene Brotkreation bekommen, und für 250 Euro gab es einen Brotbackkurs für den Unterstützer und seine Freunde. Exklusive und limitierte Geschenke steigern den Anreiz zu Spenden.

Wer Lust auf Crowdfunding bekommen hat, kann sich auf der Homepage von Startnext (www.startnext.com) und Schotterweg (www.schotterweg-crowdfunding. de) inspirieren und informieren lassen, um selbst aktiv zu werden, Projektideen umzusetzen oder andere dabei zu unterstützen. Zusätzlich dazu bieten die WFB und die BAB regelmäßig Workshops an:

CROWDFUNDING-WORKSHOP IN BREMEN

07.03.2019 17:00 – 20:00 Uhr im Starthaus Bremen
09.05.2019 17:00 – 20:00 Uhr im Starthaus Bremen
CROWDFUNDING-WORKSHOP IN BREMERHAVEN
04.04.2019 17:00 – 20:00 Uhr
Veranstaltungsort wird bei Anmeldung bekannt gegeben Anmeldung unter: info(at)schotterweg-bremen.de


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