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15.11.2015

Rückenwind!? – Stimmen zum geplanten Offshore-Terminal Bremerhaven

Im Jahr 2010 beschloss der Bremer Senat den Bau des Offshore-Terminals Bremerhaven (OTB) am Weserufer des Blexer Bogens. Mit diesem würde eine verbesserte Hafeninfrastruktur geschaffen werden, die für das Fortbestehen und die Weiterentwicklung der Offshore-Windindustrie der Stadt wichtig sei, war die Erwartung. Anfang 2016 soll der erste Spatenstich für die 25 Hektar große Umschlagsanlage erfolgen. Was für die Entscheider der Stadt ein Leuchtturmprojekt ist, bedeutet für das einzigartige Biotop ein Todesurteil.


Rückenwind!? – Stimmen zum geplanten Offshore-Terminal Bremerhaven (Foto: Lena Hancken)

Rückenwind!? – Stimmen zum geplanten Offshore-Terminal Bremerhaven (Foto: Lena Hancken)

Durch den Bau des Offshore-Terminals werden unersetzliche Lebensräume für besondere Vogelarten, wie beispielsweise des Säbelschnäblers, vernichtet. Das Brackwasserwatt am Blexer Bogen bietet den Wat- und Wasservögeln ein wichtiges Nahrungs- und Rastgebiet. Mit dem Bau des Schwerlasthafens sollen zwar neue Biotope geschaffen werden, der Lebensraum der Tiere würde dennoch vernichtet. Auch die Fischarten Finte, Fluss- und Meerneunauge wären vom Bau betroffen. Sie nutzen die Wasserflächen des Watts für ihre Fischwanderung.

Was aber bedeutet der geplante Bau des Offshore-Terminals am Weserufer des Luneorts für die Menschen der Region? Die LAUFPASS Redaktion hat nachgefragt…

Herr Eggerking: „Für Bremerhaven finde ich, ist der Offshore-Terminal im Grunde ein tolles Projekt. Der Hafen schafft neue Arbeitsplätze, was natürlich die Wirtschaft ankurbelt. Allerdings bin ich skeptisch, ob sich das ganze überhaupt noch rentiert. Man sieht es hier in Bremerhaven: das erste Unternehmen aus der Windenergiebranche musste bereits schließen. Da hat man das Gefühl: mit der Windenergiewirtschaft geht es bergab. Dass die Errichtung des Offshore Terminals allein aus öffentlichen Mitteln finanziert werden soll, finde ich nicht gut. Hätten sich zumindest Anteilseigner an der Finanzierung beteiligt, hätte mich gar nicht gestört, dass der Bau so teuer ist. Die gesamten Kosten von 180 Millionen über das Land Bremen laufen zu lassen, bedeutet für uns Bürger allerdings, dass wir mal wieder tiefer in die Tasche greifen müssen.“

„Es ist ein Jammer, was hier mit der Natur veranstaltet werden soll“, sagt eine Spaziergängerin, die zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden einmal öfter am Weserufer entlang spaziert. „Wir gehen gerne einmal um das Naturschutzgebiet herum und genießen die Idylle. Hier ist es sehr ruhig und die Natur scheint so unberührt, was mir besonders gefällt. Mich ärgert es daher umso mehr, dass man die Natur für ein Wirtschaftsprojekt kaputt machen will. Die Landschaft muss doch nicht verschandelt werden.“ Ihr Begleiter sieht den geplanten Bau des Offshore-Terminals eher zwiespältig: „Es ist immer abhängig vom Gesamtpaket – man muss abwägen, was die Stadt braucht und was sie zukunftsfähig macht. Die Politik muss viele Sachen berücksichtigen und genau untersuchen, wie sie alle Beteiligten zufriedenstellen kann. Das gelingt halt nicht immer.“

Bernd Freemann und sein Schäferhund Nino sind beinahe täglich am Seedeich und am Blexer Bogen unterwegs. Der Hundehalter ist der Meinung, „dass durch den Bau des Offshore Terminals nicht weiter gewährleistet werden kann, dass man den Deich noch in Gänze begehen kann. Ist das nicht mehr möglich, wäre es für die vielen Menschen, die hier spazieren gehen, hinderlich. Ich gehe hier gerne mit meinem Hund spazieren. Zum einen wegen der Nähe zum Wasser und zum anderen, weil er hier auch mal ohne Leine laufen darf. In der Stadt gibt es nicht viele solche Flächen für Hunde, wo sie sich beim Spaziergang so richtig austoben können. Im nördlichen Stadtgebiet herrscht Leinenzwang und das ist aufgrund des erhöhten Menschenaufkommens auch nachvollziehbar. Ob und wie man den Deich in Zukunft noch begehen kann, ist fraglich. Doch wird es während der Bauphase sicher schon zu Einschränkungen für Spaziergänger kommen.“

Täglich spazieren Menschen der Region entlang des Deiches. Er dient ihnen als Ort der Ruhe und des Naturgenusses. Hundebesitzer erfreuen sich an den leinenfreien Gängen mit ihren vierbeinigen Freunden. Durch den Bau des Schwerlasthafens am Blexer Bogen verlören sie einen einzigartigen Bereich, der seit Jahrhunderten zu den historisch mit Bremerhaven verbundenen Spazierwegen gehört.



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