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// Wissenschaft
14.09.2012

Neue Messtechnik ermöglicht Beobachtungen zur Beschreibung der Nordsee

Das Institut für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht und das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft richten den ersten Unterwasser-Datenknoten in der Nordsee ein.


Die Werkzeugtasche an den Haken und dann kann der Sensor verkabelt werden: Auch für die Helgoländer Forschungstaucher (bisher) keine alltägliche Arbeit. (Foto: © Philipp Fischer, Alfred-Wegener-Institut)

Die Werkzeugtasche an den Haken und dann kann der Sensor verkabelt werden: Auch für die Helgoländer Forschungstaucher (bisher) keine alltägliche Arbeit. (Foto: © Philipp Fischer, Alfred-Wegener-Institut)

Der Unterwasserknoten funktioniert wie eine „Datensteckdose“ am Meeresboden an die bis zu zehn Messeinheiten angeschlossen werden können. So ist es möglich Wassertemperatur, Algenkonzentrationen und den Meeresboden ganzjährig live zu untersuchen. Die Messwerte gehen online direkt zu den Wissenschaftlern. Heute wurde der Unterwasserknoten vor Helgoland in einer Tiefe von zehn Metern installiert. 

Der vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht konzipierte und gemeinsam mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) entwickelte Unterwasser-Datenknoten macht es möglich, zukünftig den Zustand der Nordsee auch in schwer zugänglichen Gebieten ganzjährig zu beobachten. Die langen Datenreihen sind eine wichtige Grundlage, um Fragen zu Umweltveränderungen in der Nordsee zu beantworten. Zwei erfolgreiche Testphasen hat der Knoten bereits hinter sich. Jetzt wird das Messsystem 700 Meter nördlich von Helgoland fest installiert. Ein Team des wissenschaftlichen Tauchzentrums am AWI wird den Knoten auf dem Meeresboden anschließen, wo er mehrere Jahre verbleiben wird. Die am Unterwasserknoten gemessenen Daten fließen auch in die historische Langzeitdatenreihe „Helgoland Reede“ des AWI ein.

Der Unterwasserknoten selbst besteht aus einem 600 Kilogramm schweren Trägergestell, an dem die Anschlüsse für Messgeräte angebracht sind. Von Helgoland aus versorgt ein Kabel die Geräte mit Strom. So sind die Messgeräte nicht wie sonst üblich auf Batterien angewiesen, sondern können wartungsfrei langfristig im Einsatz sein. Ein Glasfaserkabel überträgt die Messdaten online zu den Wissenschaftlern und macht es möglich, Messgeräte von Land aus fernzusteuern. Die Küstenforscher haben mit dieser Konstruktion den ersten Unterwasserknoten für den Einsatz in bis zu 300 Meter tiefen Gewässern mit starkem Seegang entwickelt. Denn durch das schwere Gewicht wird der Knoten selbst bei Stürmen nicht bewegt.



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