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// Ratgeber
14.11.2016

Das Wechselmodell, ist das die bessere Lösung?

Nach einer Trennung kommt für viele Eltern immer häufiger der Wunsch zum Tragen, dass ihre Kinder nicht nur bei einem Elternteil leben. Die überwiegend praktizierte Form elterlicher Sorge stellt das Residenzmodell dar, welches einen „Betreuungs-„ und einen „Umgangselternteil“ vorsieht. Anders als das Residenzmodell bestimmt das an Relevanz gewinnende Wechselmodell einen periodischen Wechsel des Kindes zwischen beiden Elternwohnungen bei zeitlich annähernd gleicher Betreuung. Hierbei stellt sich die Frage, ob eine solche Regelung auch dem Kindeswohl entspricht.


Das Wechselmodell (Foto: Harry Zier, shutterstock.com/Svetlana Ivanova)

Das Wechselmodell (Foto: Harry Zier, shutterstock.com/Svetlana Ivanova)

Humanwissenschaftliche Studien liefern dazu bislang keine belastbaren Ergebnisse. Gesicherte Erkenntnis ist jedenfalls, dass ein Wechselmodell sich nicht bereits grundsätzlich positiv auf das Kindeswohl auswirkt. Insbesondere in Trennungsbeziehungen mit hohem Konfliktpotential verstärkt ein Wechselmodell oftmals den ohnehin vorhandenen Druck und Loyalitätskonflikte der gemeinsamen Kinder. Die Qualität der Beziehung zu einem Elternteil ist ungemein wichtiger als die Quantität des Kontakts. So wirkt sich häufiger Umgang mit dem nicht sorgeberechtigten Elternteil für Kinder eher negativ aus, wenn zwischen den Eltern häufig Streit besteht. Bei Kindern unter drei Jahren ist zudem ein Wechselmodell grundsätzlich nicht angezeigt, da die Bindungsforschung nahelegt, dass für Kinder in diesem Alter das Fehlen eines eindeutigen Lebensmittelpunktes einen Risikofaktor darstellt.

Den Schwerpunkt legt das Kindschaftsrecht seit jeher auf das Kindeswohl. Sollten getrennt lebende Ehegatten im Rahmen einer Scheidung ein Wechselmodell in Betracht ziehen, sollte dieses keinesfalls vernachlässigt werden. Beteiligte empfinden das Kindschaftsrecht oft als ein System von Machtzuteilung und -entzug. Entsprechend kommt es in Fällen mit erheblichen Differenzen der Eltern immer wieder vor, dass sie die Berufung auf Regelungen zu elterlicher Sorge und Umgangsrecht als ungerecht oder gar Schikane seitens des anderen Elternteils ansehen. Es sollte deshalb beachtet werden, dass auf Grund des Kindeswohlgedankens keineswegs beide Eltern gleiche Rechte im Umgang mit den gemeinsamen Kindern haben müssen. Entscheidend ist das Kindeswohl und nicht primär der Wunsch des einen oder anderen Elternteils. Kinder sind kein Besitz der Eltern, den es im Trennungsfall aufzuteilen gilt.

Das Wechselmodell stellt daher letztlich nur im Einzelfall eine gute Alternative zu einvernehmlichen Lösungen dar, weshalb es in der familienrichterlichen Praxis auch eher die Ausnahme bildet. Beteiligte sollten - soweit wie möglich – ihre persönlichen Differenzen zu Gunsten des Kindeswohls zurückstellen und sich fragen, welche Regelung am ehesten der Entwicklung und dem Seelenheil der Kinder zuträglich ist. Hierzu gehört auch, den Willen des Kindes altersangemessen zu berücksichtigen und die Bereitschaft der Eltern, sich auf verändernde Bedürfnisse des Kindes einzustellen.

Rechtsanwalt Sven-Oliver Goes
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Friedrich-Ebert-Str. 3
27570 Bremerhaven
Tel.: 0471/28 00 1
E-Mail: anwaelte@bonin-braungard.de
www.bonin-braungard.de



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