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// Ratgeber
13.05.2016

Künstlersozialabgabe - Ein sensibles Thema für jeden Unternehmer

Seit Januar 2015 wird bei den turnusmäßigen Prüfungen der Sozialversicherung immer wieder die Frage gestellt: „Sind Sie zur Zahlung der Künstlersozialabgabe verpflichtet?“ Wer dann nachfragt: „Künstlersozialabgabe? Brauche ich nicht, ich beschäftige keine Künstler!“ denkt oft nicht richtig.


Künstlersozialabgabe? Ein wichtiges Thema für Unternehmen (Foto:Fotos: ILYA AKINSHIN/shutterstock.com | Goldenarts/shutterstock.com)

Künstlersozialabgabe? Ein wichtiges Thema für Unternehmen (Foto:Fotos: ILYA AKINSHIN/shutterstock.com | Goldenarts/shutterstock.com)

Sinn und Zweck der Künstlersozialabgabe ist die Finanzierung der Krankenversicherung von Künstlern und kreativ tätigen Selbstständigen. Ähnlich einem angestellten Arbeitnehmer muss diese Personengruppe nur den halben Beitrag zur Krankenversicherung zahlen. Die andere Hälfte wird durch einen Zuschuss des Bundes und durch die Einnahmen aus der Künstlersozialabgabe fi nanziert. Dazu müssen Unternehmer aller Branchen, die künstlerische oder publizistische Leistungen in Anspruch nehmen oder verwerten, Künstlersozialabgabe zahlen. Dabei sind nicht nur die Leistungen von „Künstlern“ im engeren Sinne gemeint. Vielmehr ist der Begriff sehr weit gefasst. Stark verallgemeinert kann gesagt werden, dass jeder selbstständig geistig Kreative ein Künstler im Sinne des Künstlersozialversicherungsgesetzes sein kann. Für die Abgabepfl icht ist nicht von Bedeutung, ob der leistende Unternehmer selbst in der Künstlersozialkasse versichert oder zumindest vom Finanzamt als freischaffender Künstler anerkannt ist.

So müssen nicht nur Gaststätten, die regelmäßig Live-Musik-Abende oder Leseabende veranstalten, eine Künstlersozialabgabe zahlen. Auch die Beauftragung einer Werbeagentur zum Beispiel für die Erstellung von Visitenkarten, Speisekarten oder Briefbogen kann ebenso abgabepflichtig sein, wie die Erstellung und Pfl ege des Internetauftritts durch einen Webdesigner. Als Faustregel kann gelten: Immer dann, wenn Leistungen in Wort, Bild oder Schrift eingekauft werden, die der Information, der Selbstdarstellung oder Unterhaltung dienen, sollte an die Künstlersozialabgabe gedacht werden.

Zur Bemessungsgrundlage im engeren Sinne gehören neben gezahlten Gagen, Honoraren und Ankaufpreisen auch die Nebenkosten für Telefon und Fracht sowie Materialkosten für die Erstellung des Auftrags. Nicht einzurechnen sind die gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer, Vervielfältigungskosten und steuerfreie Aufwandsentschädigungen, die im Rahmen der steuerlichen Grenzen gezahlt werden. Doch Achtung: Wenn die Rechnung des Freischaffenden in einer Summe erfolgt, ist alles abgabepfl ichtig. Eine eigene Aufteilung der Gesamtsumme ist nicht möglich. Aus diesem Grund ist eine detaillierte Rechnungslegung zu empfehlen.

Doch nicht in jedem Fall muss Künstlersozialabgabe gezahlt werden. Erbringt ein Kaufmann in Form einer OHG oder KG die künstlerischen Leistungen, entfallt die Künstlersozialabgabe ebenso, wie wenn der Auftragnehmer eine juristische Person des privaten oder öffentlichen Rechts ist (z.B. eine GmbH). Keine Abgabepfl icht besteht auch, wenn über das gesamte Jahr die eingekauften Leistungen nicht mehr als 450 Euro betragen. Dabei gilt die Bagatellgrenze sowohl für die sogenannte „Generalklausel“, die immer dann zur Anwendung kommt, wenn die kreativen Arbeiten dem eigenen Unternehmen zwecks Eigenwerbung oder Öffentlichkeitsarbeit dienen, als auch wenn künstlerische Leistungen eingekauft werden, um damit Einnahmen zu erzielen, wie zum Beispiel ein Live-Musik-Abend. Verteilen sich die Aufwendungen im zweiten Anwendungsfall auf maximal drei Veranstaltungen im Jahr, so darf die Bagatellgrenze sogar überschritten werden und dennoch wird keine Künstlersozialabgabe fällig.

Die Prüfer der Deutschen Rentenversicherung sind nach einer Gesetzesänderung verpfl ichtet, in allen Unternehmen, die seit 1. Januar 2015 geprüft werden, neben den bekannten vier Zweigen der Sozialversicherung (Kranken-, Pfl ege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) auch die Künstlersozialabgabe zu prüfen. Dazu erhalten alle Unternehmen vor Prüfungsbeginn einen Fragebogen. Im Ergebnis belehrt der Prüfer das Unternehmen nochmals über die Abgabepfl icht zur Künstlersozialabgabe. Sind die Angaben im Fragebogen oder auch im Gespräch mit dem Prüfer nicht plausibel, so erfolgt eine konkrete Prüfung der uchhaltungsunterlagen bezüglich der Inanspruchnahme von künstlerischen oder/und publizistischen Leistungen mit Abgabepflicht. Aber auch eine durch den Zufallsgenerator bestimmte Prüfung ist möglich. Aktuell beträgt die Künstlersozialabgabe 5,2 Prozent. Sie kann grundsätzlich für die letzten vier Jahre nachgefordert werden.

ETL Summa Mahnken Grastorff & Kollegen Steuerberatungsgesellschaft mbH
Erich-Koch-Weser-Platz 1
27568 Bremerhaven
Tel.: 0471/9247 - 0
www.smg-steuerberatung.de



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