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// Gesellschaft
13.02.2017
Von: Thomas Klaus

5.000 Studenten bleiben das Ziel


5.000 Studenten bleiben das Ziel

5.000 Studenten bleiben das Ziel (Foto: Thilo Vogel)

Wenn jemand wie Peter Ritzenhoff ein Jahr im Amt ist, drängt sich ein Besuch bei ihm geradezu auf: Welche Zwischenbilanz zieht der Rektor der Hochschule Bremerhaven? Und welche Zukunftspläne schmiedet er? Klar wird beim LAUFPASS-Besuch: Kontinuität schreibt Professor Dr.-Ing. Peter Ritzenhoff groß. Mit Angst vor Veränderung geht das allerdings nicht einher.

Fünf Stiftungsprofessuren – ungewöhnlich viele
Seit September 2015 ist er Rektor der Hochschule und somit Nachfolger des in den Ruhestand gewechselten Professor Dr. Josef Stockemer. Mit dem hatte Ritzenhoff bereits seit 2000 eng zusammengearbeitet – zuletzt als Konrektor für Studium, Lehre und Forschung.

Ritzenhoff ist motiviert, aber auch sehr zufrieden. So sei die Zusammenarbeit mit Politik und Wirtschaft „kaum steigerungsfähig“. Das lässt sich ihm zufolge zum Beispiel an den Masterstudiengängen „Windenergietechnik“ und „Integrated Safety and Security Management“ erkennen, die ihre Einrichtung den Finanzspritzen von Unternehmen verdanken. Mittlerweile kann sich die Hochschule über fünf Stiftungsprofessuren freuen – für eine Hochschule eine ungewöhnlich hohe Zahl, noch dazu für eine Hochschule in einer Region mit unterdurchschnittlicher Wirtschaftskraft und verhältnismäßig wenigen Großunternehmen.

„Hochschule am Meer“, nennt sich die Institution. Und dieser Slogan soll nicht nur die Lage an der Nordseeküste auf den Punkt bringen. Zugleich spiegelt sich das maritime Profi l in den Inhalten und den 21 Studiengängen wider. 14 der Studiengänge führen zum Bachelor, die restlichen zum Master. Einige dieser Studiengänge sind weltweit einzigartig, wie etwa der Bachelorstudiengang Cruise Tourism Management. Die meisten Erstsemester starten in den Studiengängen Transportwesen/Logistik und Lebensmittelwirtschaft/Technologie. Hingegen ist der zulassungsbeschränkte Studiengang BWL am stärksten nachgefragt: Auf die 58 Plätze entfi elen zuletzt 901 Bewerbungen.

Zugänge zum Lernen unterscheiden sich immer mehr
Wünsche für das nächste Jahr und die folgenden? In Sachen „Infrastruktur“ zeigt sich Professor Ritzenhoff wunschlos glücklich. Die Institute und Labore seien hochmodern ausgestattet. An den Gebäuden selbst ist nach Ansicht des Rektors ebenfalls nichts auszusetzen. Und seit 2014 ist der Campus der Hochschule sogar ein Teil der Fußgängerzone und nahtlos an die Innenstadt angedockt. Doch bei den Studiengängen äußert sich Ritzenhoff nicht ganz so zufrieden, wünscht sich zum Beispiel einen neuen Studiengang für Existenzgründer.

Keine Zukunftsmusik, sondern bereits beinahe Realität sind der Masterstudiengang Digitalisierung, Innovation und Informationsmanagement, der zum Sommersemester startet, und der Bachelorstudiengang Biotechnologie, mit dem es ebenfalls 2017 losgeht. Übrigens macht die 1975 gegründete Hochschule auf den ersten Blick einen jungen Eindruck. Auf den zweiten Blick blickt sie jedoch auf eine mehr als hundertjährige Ausbildungstradition zurück, wenn nämlich die 1879 geschaffene Navigationsschule Geestemünde und das 1884 gebildete Städtische Technikum einbezogen werden.

Die Veränderungen innerhalb der Hochschule betreffen nicht nur neue Studiengänge und frischeren Wind für bestehende, sondern auch veränderte Lehrmethoden. „Die Studentenschaft wird eindeutig heterogener und die individuellen Zugänge zum Lernen unterscheiden sich mehr und mehr“, formuliert Ritzenhoff. Deshalb werde ein guter Unterrichts-Mix in Zukunft noch entscheidender für den Lernerfolg, sagt der Hochschul-Rektor.

Studentinnen und Studenten sind engagiert
Es ist anzunehmen, dass die Hochschule auch diese Herausforderung meistern wird. Schließlich hatten die Lehrenden schon immer ein Händchen für das Ausprobieren neuer Mittel und Methoden. Und das ist im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnet: 2009 wurde die Hochschule im Rahmen des Wettbewerbs „Exzellente Lehre“ – ausgeschrieben von der Kultusministerkonferenz und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft – für ihr Konzept „GUUGLE – gut und gerne lernen und lehren“ geehrt.

Mit ihrem Konzept „Alle an Bord! Studienpioniere anheuern und auf Kurs bringen“ zählte die Hochschule Bremerhaven 2013 zu den zehn Gewinnern des Wettbewerbs „Studienpioniere“ des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Stiftung Mercator, setzte sich gegen 60 Mitbewerber durch. Im selben Jahr ergatterte die Hochschule Bremerhaven unter 50 deutschen Hochschulen den Titel der besten Logistik-Hochschule, der von der Zeitschrift „Verkehrs-Rundschau“ verliehen wurde.

Im Juni 2016 erhielt die Hochschule den Hochschulpreis Güterverkehr und Logistik des Bundesverkehrsministeriums. Den Vorwurf, die Studierenden würden sich zu wenig in das Bremerhavener Leben einbringen, kennt Ritzenhoff zwar. Aber viel mit ihm anfangen kann er nicht. Er zählt eine Reihe von Projekten und Aktivitäten auf, mit denen Engagement in der Stadt und für die Stadt bewiesen werde.

3.200 Studenten aus 66 Nationen
Eines der jüngsten Beispiele für die Verankerung der Studentinnen und Studenten in der Stadt: Das ehemalige Design-Labor und jetzige Fährhaus wurde von der Hochschule für zunächst fünf Jahre angemietet. Auf 564 Quadratmetern ist wohl genug Platz für diverse studentische Projekte. Die sollen möglichst über einzelne Studiengänge oder Jahrgänge hinweg greifen. Unter anderem ist im Erdgeschoss des Fährhauses ein so genannter Maker Space angesiedelt, der sich IT-gestützten Projektideen widmet. Mancher, der den Vorwurf der zu geringen Präsenz erhebt, sollte sich nach Auffassung von Peter Ritzenhoff einfach nur eine Zahl zu Gemüte führen: „In Bremerhaven sind lediglich drei Prozent der Bevölkerung Studentinnen und Studenten. Und das ist weit unter dem bundesdeutschen Durchschnitt.“

Logisch, dass Studentinnen und Studenten das Stadtbild und das gesellschaftliche Leben weniger prägen als andernorts. Das muss aber nicht zwangsläufig so bleiben.

5.000 Studierende – dieses Ziel hatte bereits Ritzenhoff-Vorgänger Stockemer postuliert. Zurzeit sind es rund 3.200 Studentinnen und Studenten, die aus 66 Nationen stammen. 3.200 – das sind fast 1.000 mehr als 2005. Ritzenhoff hält an dem Ziel der 5.000 fest. Doch er weiß auch: „Es ist ein langer und langsamer Weg auf dem Weg dorthin.“ Wichtigster Punkt: „Die Qualität der Lehre darf auf diesem Weg nicht gefährdet werden.“ Mehr Studierende würden auf jeden Fall nicht nur dem Standort Bremerhaven, sondern dem gesamten Land Bremen gut tun.



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